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25.01.2007

13:00 Uhr

Nach der Ablösung von Todd Thomson

Aufräumen bei der Citigroup

VonThorsten Riecke

Der jüngste Führungswechsel bei der Citigroup wirft ein Schlaglicht auf das größte Problem der amerikanischen Großbank: die aus dem Ruder laufenden operativen Ausgaben.

NEW YORK. Nach Berichten von US-Medien hat Konzernchef Charles Prince seinen Spitzenmanager Todd Thomson vor allem deshalb vor die Tür gesetzt, weil dieser einen ungewöhnlich aufwendigen Managementstil gepflegt habe. Sein nobles Büro im 50. Stockwerk am Times Square wurde intern als "Todd Mahal" bezeichnet. Prince hatte den Chef der globalen Vermögensverwaltung Anfang der Woche durch die bisherige Finanzchefin Sallie Krawcheck ersetzt.

Die Citigroup steht seit Monaten wegen ihrer hohen Kosten unter Druck. Während die operativen Ausgaben im vergangenen Jahr um mehr als 15 Prozent in die Höhe geschnellt waren, stiegen die Einnahmen der Bank nur halb so schnell. Mit einer Gewinnsteigerung von nur drei Prozent fuhr Citi im letzten Quartal 2006 das schlechteste Ergebnis aller US-Großbanken ein. Auch an der Börse hinkt die weltgrößte Bank der Konkurrenz hinterher. Erst als Prince im Dezember Robert Druskin zum neuen Chief Operating Officer machte und ihn mit einem strikten Kosten-management beauftragte, zog der Aktienkurs spürbar an.

Die Ablösung von Thomson ist an der Wall Street das Gesprächsthema Nummer eins. Nicht nur, weil der 45jährige als möglicher Kronprinz bei der Citigroup galt. Sein überraschender Abgang sorgt auch deshalb für Zündstoff, weil mit Maria Bartiromo eine prominente Moderatorin des US-Wirtschaftssenders CNBC darin verwickelt ist.

Thomson habe Bartiromo im vergangenen Jahr zu einem Manager-Treffen in Hongkong und Shanghai einfliegen lassen und sie auf dem Rückweg im firmeneigenen Jet mit nach New York genommen, berichtet das "Wall Street Journal". CNBC betont, dass seine Moderatorin dafür eine Erlaubnis eingeholt habe und die Kosten erstattet worden seien.

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