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13.01.2009

05:46 Uhr

Nach Einbruch der Aktie

Ackermann will Rabatt bei der Postbank

VonNicole Bastian

ExklusivDie Deutsche Bank ist mit der im vergangenen Jahr getroffenen Vereinbarung über den Kauf der Postbank nicht zufrieden – kann sie auch nicht sein. Angesichts eines massiv abgestürzten Aktienkurses scheint der Preis aus heutiger Sicht völlig überteuert. Jetzt will der Branchenprimus bei der Übernahme noch etwas zu seinen Gunsten verändern.

Für Josef Ackermann ist die Postbank unter den aktuellen Bedingungen offenbar zu teuer. Foto: AP Quelle: ap

Für Josef Ackermann ist die Postbank unter den aktuellen Bedingungen offenbar zu teuer. Foto: AP

FRANKFURT. Die Deutsche Bank versucht nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen, die Bedingungen für den Kauf der Postbank nachträglich zu verbessern. Die im vergangenen Jahr getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Deutsche Bank das Bankgeschäft der Post zu einem Preis übernimmt, der angesichts eines massiv abgestürzten Aktienkurses aus heutiger Sicht völlig überteuert scheint.

Der Branchenprimus wolle deswegen erreichen, dass der Postbank-Deal vor dem Hintergrund der zugespitzten Finanzkrise in Details verändert werde. „Es ist ja eindeutig, dass das Wertvolumen der Postbank konstant nach unten gegangen ist, deshalb sind Nachbesserungen nicht auszuschließen“, hieß es in den Kreisen.

Bislang zeichnet sich zwischen beiden Parteien aber noch keine einvernehmliche Lösung ab. Beide sind dennoch fest entschlossen, bis Ende dieser Woche zu einem Ergebnis zu kommen. Einen Kommentar zu entsprechenden Marktspekulationen lehnte die Deutsche Bank ab. Ein Sprecher betonte lediglich: „Wir halten am Einstieg im ersten Quartal fest.“ Von der Post hieß es: „Wir haben uns mit der Deutschen Bank auf einen Vertrag geeinigt, zu dem wir stehen.“

Die Deutsche Bank und die Post als Verkäuferin der Banktochter hatten im vergangenen September vereinbart, das Geschäft in zwei Etappen über die Bühne zu bringen. Zunächst kauft die Deutsche Bank im ersten Quartal dieses Jahres 29,75 Prozent an der Postbank zu 57,25 Euro je Aktie und kommt damit auf einen Kaufpreis von 2,79 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Die Aktie war am Montagabend unter 13 Euro wert, was die damalige Vereinbarung aus heutiger Sicht für die Frankfurter sehr unvorteilhaft aussehen lässt.

Für die zweite Phase besitzt die Deutsche Bank die Option, innerhalb von ein bis drei Jahren ein weiteres Aktienpaket in Höhe von 18 Prozent für 55 Euro je Aktie zu erwerben. Die Post hat ihrerseits innerhalb des dritten Jahres die Möglichkeit, 20,25 Prozent plus eine Aktie zu 42,80 Euro je Stück an die Frankfurter zu verkaufen.

Die Verschärfung der globalen Finanzkrise stellt die beiden Banken, ähnlich wie Commerzbank und Dresdner Bank, die sich vergangene Woche auf neue Konditionen für den Zusammenschluss einigten, inzwischen allerdings vor Probleme, die sie bei Abschluss des Deals so nicht vorhergesehen haben. Die Postbank erwartet nach Einschätzung ihres Finanzvorstands Marc Hess weitere Belastungen bei Kreditverbriefungen von Unternehmensrisiken (CDOs). Diese würden jedoch zunehmend geringer ausfallen, fügte er laut einem vorbereiteten Redemanuskript bei einer Präsentation am Montagabend in New York hinzu.

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