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07.07.2014

23:58 Uhr

Nach Geldwäsche-Skandalen

Vatikan-Bank steht vor Total-Umbau

Insidern zufolge wird die Vatikan-Bank massiv zusammengestutzt. So soll der Investment-Arm abgestoßen, das Vermögen des Heiligen Stuhls ausgelagert und der Chef, ein Deutscher, ausgewechselt werden.

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Vatikan-StadtDie skandalgeschüttelte Vatikan-Bank soll Insidern zufolge deutlich zusammengestutzt werden. Die Investment-Aktivitäten würden im Zuge der Neustrukturierung abgegeben, verlautete am Montag aus Vatikan-Kreisen. Das Geldhaus solle in ein Institut verwandelt werden, das vor allem Zahlungsdienste für die katholische Kirche erledige. Auch das Vermögen des Heiligen Stuhls solle künftig von einem neuen Bereich verwaltet werden. Die Details zur Reform sollen am Mittwoch bekanntgegeben werden.

Zum neuen Chef der Bank solle der französische Geschäftsmann Jean-Baptiste de Franssu ernannt werden. Er löse damit den Deutschen Ernst von Freyberg ab, der das Geldhaus verlässt. Freyberg war noch vom früheren deutschen Papst Benedikt XVI. eingesetzt worden, um bei dem Geldhaus aufzuräumen.

Die Vatikanbank IOR

Geschichte

Die Ursprünge reichen jedoch zurück bis ins 19. Jahrhundert. Ein Vorgängerinstitut wurde 1887 gegründet, die Bank in heutiger Form im Jahr 1942 auf päpstliche Anordnung.

Organisation

Die Vatikanbank hat den offiziellen Titel Istituto per le Opere di Religione (IOR/Institut für die religiösen Werke). Der Sitz des Geldinstituts des Heiligen Stuhls ist im Vatikanstaat. Wichtigstes Organ der Bank ist eine Kommission aus fünf Kardinälen (Commissione cardinalizia), die vom Papst bestimmt werden. Diese Kommission ernennt die Mitglieder des Consiglio di sovrintendenza, einer Art Verwaltungsrat.

Verwaltungsratsvorsitz

An der Spitze des Aufsichtsgremiums steht seit diesem Jahr der Deutsche Ernst von Freyberg, der das Institut auch nach außen vertritt.

Aufgabe

Alle Kunden der Bank sind Teil der katholischen Kirche. Mehr als die Hälfte sind katholische Orden, jeder achte Kunde ist Kardinal, Bischof oder ein anderer Würdenträger.

Größe

Die Bank hat rund 19 000 Kunden und mehr als 100 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme beläuft sich auf fünf Milliarden Euro, die Bank verwaltet 3,2 Milliarden Euro im Auftrag der Kunden.

Skandale

Die Bank war in der Vergangenheit wegen ihres Finanzgebarens wiederholt in die Kritik geraten, unter anderem wegen des Vorwurfs der Geldwäsche. Anfang Juli 2013 traten außerdem zwei Top-Manager zurück. Der Vatikan hat aber jede Verwicklung der Bankleitung in dunkle Machenschaften bestritten. Papst Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt im März mehrfach angekündigt, das Institut zu reformieren.

Die Bank mit dem offiziellen Namen „Institut für religiöse Werke“ war unter anderem in den Verdacht der Geldwäsche geraten. Freyberg hatte sein Amt im Februar 2013 angetreten. Unter seiner Führung startete das Geldhaus eine Initiative für mehr Transparenz.

Freyberg ließ Hunderte von Konten schließen, mehrere Ermittlungen einleiten und setzte strenge Regeln im Kampf gegen die Geldwäsche durch.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Kurt Siegel

08.07.2014, 08:16 Uhr

Warum benötigt der Vatikan eigentlich eine eigene Bank; der Auftrag der kath. Kirche sollte die Seelsorge und nicht das Geldgeschäft sein, leider sieht die Wirklichkeit genau anders aus !!

Die Vatikanbank muss dringend liquidiert werden, Konten sollten bei professionellen Banken unterhalten werden.

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