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27.06.2014

06:51 Uhr

Nach Investorentäuschung

Handelsplattform von Barclays verliert Kunden

Wichtige Kunden wie die Deutsche Bank, Credit Suisse und die RBS ziehen sich aus einer anonymen Handelsplattform der britischen Bank Barclays zurück. Diese soll Investoren systematisch falsch informiert haben.

Die britische Bank Barclays droht wichtige Kunden zu verlieren. dpa

Die britische Bank Barclays droht wichtige Kunden zu verlieren.

BangaloreNach der Klage wegen des Vorwurfs der Investorentäuschung ziehen sich einem Zeitungsbericht zufolge erste Banken von der Handelsplattform des britischen Geldhauses Barclays zurück. Dazu gehörten die Deutsche Bank, Credit Suisse und die Royal Bank of Scotland, berichtete die "Financial Times" am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die US-Banken JPMorgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley hätten keine Orders mehr in der anonymen Handelsplattform platziert, die zu den sogenannten Dark Pools gehört. Dort sind Transparenz und Gebühren meist geringer sind als an regulierten Börsen.

Barclays erklärte, ein Rückgang des Handelsvolumens auf der Plattform habe womöglich technische Gründe. Die Deutsche Bank und Credit Suisse wollten sich nicht dazu äußern. Die Royal Bank of Scotland, Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York wirft Barclays vor, Investoren systematisch hinters Licht geführt zu haben. Das Institut habe Kunden mit falschen Informationen auf seine Handelsplattform gelockt, wo ihnen Hochfrequenzhändler dann Geld abgeluchst hätten. Außerdem habe die Bank fast alle Handelsgeschäfte über ihre Plattform abgewickelt, um möglichst viel zu verdienen, dabei hätten Barclays-Kunden an anderen Börsen womöglich bessere Preise erzielt.

In den umstrittenen Dark Pools müssen Käufer und Verkäufer ihre Orders nicht publik machen, bevor sie sich auf ein Geschäft verständigt und es abgeschlossen haben. Genutzt werden Dark Pools besonders von institutionellen Investoren, die große Aktienpakete unbemerkt vom Rest der Welt kaufen oder verkaufen wollen.


Von

rtr

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