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06.12.2012

08:20 Uhr

Nach Medienbericht

Deutsche Bank dementiert Vertuschung von Miliardenverlust

Es war ein Ritterschlag für Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: Das Institut gelangte ohne direkte Staatshilfe durch die Finanzkrise. Doch einem Bericht zufolge hat die Bank Verluste vertuscht, um das zu erreichen.

Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf der Hauptversammlung Ende Mai 2012. dpa

Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf der Hauptversammlung Ende Mai 2012.

New YorkDie Deutsche Bank AG hat während der Finanzkrise bis zu zwölf Milliarden Dollar (9,2 Milliarden Euro) an nicht realisierten Verlusten versteckt, was ihr bei der Vermeidung einer staatlichen Rettungsaktion geholfen habe. Das berichtete die Zeitung „Financial Times“ (FT).

Die Deutsche Bank wies die Anschuldigungen umgehend in einer schriftlichen Mitteilung zurück. Den Angaben zufolge sind die Vorwürfe nicht neu, sondern schon Jahre alt. Zudem seien alle Finanzberichte korrekt gewesen. Nach eigenen Angaben kooperiert der Frankfurter Konzern mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC).

Wo Banker die größten Probleme sehen

Bankenaufsicht und Regulierung

Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.

Kosten

An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.

Risikomanagement

Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.

Vertrieb und Kundenmanagement

Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.

Wettbewerb

Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.

Finanz- und Schuldenkrise

Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.

Demographische Entwicklung

Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.

Optimierung der Geschäftsprozesse

Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.

Konjunktur

Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.

Kreditrisiko

Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.

Optimierung der Informationstechnik

Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.

Liquiditätsmanagement

Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

Die Financial Times berief sich in ihrem Artikel auf informierte Kreise. Das Blatt berichtete von drei ehemaligen Mitarbeitern der größten deutschen Bank und entsprechenden Beschwerden bei der US-Aufsicht. Ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen zu sein war für Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: Das Institut gelangte ohne direkte Staatshilfe durch die Finanzkrise. Doch einem Bericht zufolge hat die Bank Verluste vertuscht, um das zu erreichen.

Kommentare (15)

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Haustechniker

06.12.2012, 09:23 Uhr

Nach meinen Informationen hat die DB Unterstützung von der FED bekommen. Sie hat sich in D. groß gebrüstet keine Unterstützung bekommen zu haben, aber das stimmt so nicht, den die DB ist ja Systemrelevant, auch für Amerika.

Mazi

06.12.2012, 09:37 Uhr

Das ist die eine Sicht, aber es gibt auch eine andere Sicht.

Unabhängig von der Finanzkrise gibt es den Paragraph 39 IAS. Jeder, der mittelmäßiges Finanzwissen hat, weiß die Bilanzierungsvorteile dieser Regelung zu nutzen. Im Ergebnis kann der Vorstand seit Bestand dieser Regelung das Ergebnis ausweisen, dass er für seine eigene Bonusregelung braucht.

Vergessen wir die alte Forderung nach Bilanzwahrheit, heute gilt mehr der "fair view". Deshalb, weil er eben nicht der Bilanzwahrheit sondern den gesetzlichen Regelungen entspricht.

Das Gejammer sind also nicht sachgerecht. Der wahre Grund liegt an anderer Stelle.

D.h., dass die Verschleierung der tatsächlichen Verhältnisse nur wenig mit der Finanzkrise zu tun hat.

Account gelöscht!

06.12.2012, 09:39 Uhr

@Haustechniker
es wurden Ansprüche der DB gegenüber AIG von der FED ausgeglichen weil AIG verstaatlicht wurde, da kann man nicht von Staatshilfe sprechen.
Bleiben Sie Haustechniker wenn Sie nicht richtig informiert sind.

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