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31.05.2013

13:44 Uhr

Nach Milliardenhilfen

RBS und Lloyds streben Ausstieg des Staates an

Lloyds verkauft US-Hypotheken-Portfolios in Milliardenhöhe und bereinigt so ihre Bilanz. Bei der ebenfalls teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS) setzt der britische Wirtschaftsminister aber auf Zeit.

Ausstieg kann sich noch hinziehen: Vorerst bleibt der Staat Hauptanteilseigner der RBS. dpa

Ausstieg kann sich noch hinziehen: Vorerst bleibt der Staat Hauptanteilseigner der RBS.

BangaloreMit dem milliardenschweren Verkauf eines US-Hypotheken-Portfolios treibt die teilverstaatlichte britische Großbank Lloyds den Abbau von Altlasten aus der Finanzkrise voran. Zugleich rüstet sie sich damit für einen Ausstieg der Regierung. Mit den Einnahmen von 3,3 Milliarden Pfund (3,9 Milliarden Euro) könne das Kapitalpolster um rund eine Milliarde Pfund gestärkt werden, teilte das Geldhaus am Freitag mit. Vor Steuern bringe das Geschäft einen Gewinn von 540 Millionen Pfund. Die Papiere gehen an die US-Investmentbank Goldman Sachs und andere Käufer. Lloyds profitiert dabei von der Erholung am US-Immobilienmarkt. Das Institut steht unter dem Druck der Politik und der Aufsichtsbehörden, sich stärker auf die Kreditvergabe an Privathaushalte und Unternehmen in Großbritannien zu konzentrieren.

Lloyds trennt sich derzeit in großem Stil von Vermögenswerten und Firmenteilen, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Im ersten Quartal erlöste die Bank damit 6,3 Milliarden Pfund. Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass das Geschäft mit vermögenden Privatkunden an den Schweizer Vermögensverwalter Union Bancaire Privee geht.

Auch die verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) soll zur gegebenen Zeit wieder in die Eigenständigkeit entlassen werden. Eine Privatisierung sei aber nicht besonders dringlich, sagte Wirtschaftsminister Vince Cable der "Financial Times". Denn es bestehe die Gefahr, dass die Steuerzahler auf Verlusten sitzenbleiben. Premierminister David Cameron hatte wiederholt erklärt, dass sich der Staat so schnell wie möglich von seinem Anteil von mehr als 80 Prozent trennen sollte. Die Regierung hatte 2008 in das Geldhaus 45,5 Milliarden Pfund gepumpt, um einen Kollaps zu verhindern. Lloyds hatte gut 20 Milliarden Pfund erhalten. Der Staat ist mit 39 Prozent beteiligt.

An den Plänen für eine Schrumpfkur für die beiden Banken sollte die Regierung festhalten, sagte Cable. Man könne Geschäfte der RBS auch schrittweise verkaufen und so für mehr Wettbewerb im Finanzsektor sorgen. Die RBS muss im Gegenzug für die Staatshilfe 315 Filialen auf dem Heimatmarkt loswerden. Dazu erstellte das Management Insidern zufolge kürzlich eine engere Auswahl interessierter Finanzinvestoren. Ein Verkauf der Filialen an die spanische Bank Santander war im Oktober geplatzt, ebenso wie im April ein Verkauf von mehr als 600 Lloyds-Filialen an das britische Genossenschaftsinstitut Co-operative.

Von

rtr

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