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13.02.2012

14:20 Uhr

Nach Rekordjahr

ING-Diba rechnet mit scharfem Wettbewerb

Die Direktbank ING-Diba stellt sich nach den Rekorden in 2011 auf Gegenwind ein. Der Wettbewerb um Privatkunden nehme zu, Spargelder würden immer teurer bezahlt, sagte Bank-Chef Roland Boekhout.

Die ING-DiBa konnte die Zahl ihrer Kunden 2011 steigern. dpa

Die ING-DiBa konnte die Zahl ihrer Kunden 2011 steigern.

FrankfurtDer Wettbewerb um die Spareinlagen deutscher Privatkunden wird nach Auffassung der Direktbank ING-DiBa schärfer. „Treiber ist für viele ausländische Banken nicht mehr das Geldverdienen, sondern das Überleben“, sagte ING-DiBa-Chef Roland Boekhout am Montag in Frankfurt. Sie drängten daher mit hohen Zinsen in den deutschen Markt. „Die großen Banken werden da nicht mitmachen“, sagte der Niederländer. „Die brauchen das nicht - und das ist auch nicht gesund.“ Tages- oder Festgelder sind für Banken mit schlechten Bonitäten in der Schuldenkrise trotz hoher Zinsen eine günstigere Refinanzierungsmöglichkeit als der Kapitalmarkt. 

Bei Deutschlands größter Direktbank ING-DiBa ist die Zahl der Sparkonten im vergangenen Jahr nur noch um 270.000 auf 6,4 Millionen gestiegen; auf ihnen liegen mit 85,9 Milliarden Euro sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Größere Wachstumschancen sieht die Tochter der niederländischen Finanzgruppe ING mit Girokonten, deren Zahl 2011 um 18 Prozent auf 859.000 kletterte. In diesem Jahr könnte die Millionen-Schwelle erreicht werden, sagte Finanzvorstand Bas Brouwers. ING-Diba lockt neue Kunden mit 100 Euro, wenn sie ein Girokonto eröffnen und dort im Monat 1000 Euro einzahlen. Bei Studenten reichen schon 300 Euro. „Das sind die Gehaltsempfänger der Zukunft“, sagte Brouwers. 

Insgesamt kümmern sich 3000 (Ende 2010: 2700) Mitarbeiter um 7,4 Millionen Kunden, das sind 300.000 Kunden mehr als ein Jahr zuvor - obwohl rund 200.000 „Karteileichen“ gelöscht wurden. Im Wertpapiergeschäft sank das angelegte Depotvolumen wegen des Absturzes an den Börsen um 1,4 Milliarden Euro auf 16 Milliarden Euro, obwohl die Kunden zwei Milliarden Euro mehr in ihre Depots legten. 

ING-DiBa entwickele sich nach und nach zur Universalbank, sagte Deutschland-Chef Boekhout. Verstärkt macht sie auch bei Autokrediten den Herstellerbanken Konkurrenz: Dort stieg das Neugeschäft um 39 Prozent. 

Seit September gehört auch das zuvor bei ING Deutschland angesiedelte Geschäft mit der Finanzierung großer Unternehmen aus dem Dax und MDax zu der Direktbank-Tochter. „Das hat sich international bewährt“, begründete Boekhout den Schritt. „Für das Geschäft braucht man Liquidität und Kapital - und beides haben wir.“ Das Volumen solle in den nächsten Jahren von zwei auf gut zehn Milliarden Euro wachsen - das wären zehn Prozent der erstmals über 100 Milliarden Euro liegenden Bilanzsumme. Auf ein Jahr gerechnet, verdiene die Sparte schon jetzt 40 Millionen Euro. „Aber Schwerpunkt bleibt das Privatkundengeschäft“, sagte Boekhout. 

Der Vorsteuergewinn der ING-DiBa sprang im vergangenen Jahr um 34 Prozent auf 660 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg auf 12,8 (Vorjahr: 10,6) Prozent.

 

Von

rtr

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