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03.10.2011

16:22 Uhr

Nach Skandal

Hugo Bänziger will nicht zur UBS wechseln

Hugo Bänziger galt als heiß gehandelter Kandidat für den Chefposten der UBS. Doch Bänziger ließ heute verlauten, er sei bei der Deutschen Bank gut aufgehoben. Für die Schweizer Bankengruppe geht die Suche weiter.

Hugo Bänziger will weiterhin für die Deutsche Bank arbeiten. Für die UBS geht die Suche weiter. Deutsche Bank Pressefoto

Hugo Bänziger will weiterhin für die Deutsche Bank arbeiten. Für die UBS geht die Suche weiter.

ZürichDie Schweizer Großbank UBS muss einen heiß gehandelten Kandidaten für den Chefposten von der Liste streichen. Der Risikovorstand der Deutschen Bank, Hugo Bänziger, nahm sich am Montag selbst aus dem Rennen um die Nachfolge des zurückgetreten UBS-Chefs Oswald Grübel.

„Ich stehe voll zur Deutschen Bank und habe keine Absicht, diese zu verlassen“, sagte er am Montag auf die Frage nach einem möglichen Wechsel. Nach dem Handelsskandal bei der Schweizer Großbank und dem überraschenden Rücktritt Grübels galt der Schweizer wegen seiner großen Erfahrung im Risiko-Management als aussichtsreicher Kandidat für den UBS-Chefsessel.

Die Spekulationen um Bänziger hatten zugenommen, nachdem es am Montag im Umfeld der UBS hieß, der frühere Bundesbank-Chef und designierte Verwaltungsratspräsident, Axel Weber, habe bei der Bank einen Beratervertrag unterschrieben. Bänziger sei Webers Wunschkandidat, berichtete der „Tages-Anzeiger“.

UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger hatte kurz nach dem Grübel-Rücktritt erklärt, Weber werde in die Suche nach einem Nachfolger eingebunden. In der vergangenen Woche erhielt Weber nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen dann von der Bundesbank grünes Licht, um früher als geplant bei der UBS einzusteigen.

Vor Grübels Rücktritt war vorgesehen, dass Weber im Frühjahr in den Verwaltungsrat der UBS gewählt wird. Ein Jahr später sollte er den Vorsitz des Gremiums von Villiger übernehmen. Grübel wollte ursprünglich bis 2013 Konzernchef bleiben. Damit hätte Weber Zeit gehabt, in aller Ruhe den Generationswechsel an der Spitze der UBS zu organisieren und, wie er im Juli sagte, die strategischen Perspektiven für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Wie weit Webers Einfluss als Berater jetzt reicht, war bei der Schweizer Großbank nicht zu erfahren. Interims-Chef Ermotti will die Bank in eine neue Richtung steuern und die mit dem Investmentbanking verbundenen Risiken abzubauen. Er habe vor, seine Befugnisse voll zu nutzen, erklärte er in der vergangenen Woche in einem Brief an die Mitarbeiter.

Auf dem seit langem geplanten Investorentag am 17. November würden die strategischen Pläne für die Bank vorgestellt. Bänziger galt neben dem Tessiner Ermotti vor allem wegen seiner Schweizer Nationalität als möglicher Kandidat. Beobachter gehen davon aus, dass die Bank neben einem aus Deutschland kommenden Präsidenten als Chef der Konzernleitung einen Schweizer bevorzugen werde. Villiger bezeichnete Ermotti als starken Kandidaten. „Ich finde es auch gut, dass er Schweizer ist“, erklärte Villiger kürzlich.

Von

rtr

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