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12.01.2010

17:03 Uhr

Nach Steuerstreit

UBS verpflichtet ihre Banker auf einen Ehrenkodex

VonTorsten Riecke

Die Mitarbeiter der Schweizer Großbank UBS müssen sich schriftlich verpflichten, die Steuergesetze weltweit einzuhalten. Die strengen Verhaltensregeln sollen die Schweizer Großbank vor neuen Affären bewahren und Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Mitarbeiter müssen bei Verstößen mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

UBS-Zentrale in Zürich. Die Bank will ihre Mitarbeiter auf einen Ehrenkodex verpflichten. ap

UBS-Zentrale in Zürich. Die Bank will ihre Mitarbeiter auf einen Ehrenkodex verpflichten.

ZÜRICH. Die Bank reagiert damit auf die jüngste Steueraffäre in den USA, wo UBS-Berater ihren vermögenden Kunden bei der Steuerflucht geholfen hatten. "Die UBS hält alle geltenden Gesetze und Vorschriften in Bezug auf Steuernachweise und Tax-Reporting-Produkte ein und bietet den Kunden keine Unterstützung bei Handlungen, die der Umgehung ihrer Steuerpflichten dienen", heißt es in dem neuen Verhaltens- und Ethikkodex. Die Verpflichtung sich an die Gesetze auch im Ausland zu halten, gab es allerdings bereits im alten UBS-Knigge.

Hintergrund der neuen Richtlinien ist das erklärte Ziel von Konzernchef Oswald Grübel, das angeschlagene Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Anfang der Woche hatte Grübel in einem internen Memo an die Mitarbeiter erklärt, dass es das Primat aller UBS-Banker sein müsse, die Flucht von vermögenden Kunden zu stoppen. Die UBS hat in den vergangenen anderthalb Jahren Kundengeld in Höhe von mehr als 180 Mrd. Franken verloren. Grübel und sein Management gehen davon aus, dass dieser Abfluss kurzfristig nicht gestoppt werden kann und der Bank eine längere Durststrecke bevorsteht.

Auf elf Seiten hat das Top-Management nahezu alles aufgeschrieben, was man idealerweise von einem Banker erwarten sollte. Von Steuerehrlichkeit über Chancengleichheit bis hin zum Umweltschutz reicht die Liste der guten Absichten. Zugleich sichert die Bank ihren Kunden Vertraulichkeit in Bankangelegenheiten zu, die nur mit deren Zustimmung oder aufgrund von gesetzlichen Vorgaben aufgehoben werden kann. Die Mitarbeiter müssen das Dokument nicht nur unterzeichnen, sondern auch durch einen Test nachweisen, dass sie die neuen Regeln verstanden haben. Wer gegen den Bankerkodex verstößt, muss mit strengen Disziplinarmaßnahmen rechnen. Außerdem wird die Einhaltung der Richtlinien bei der jährlichen Leistungsbeurteilung der Banker berücksichtigt. "Wir betrachten die Reputation der neuen UBS uneingeschränkt als unser wertvollstes Gut, das wir mit allen Kräften schützen werden", schreiben Grübel und Verwaltungspräsident Kaspar Villiger im Vorwort.

Der Ehrenkodex ist nur ein Baustein, mit dem Grübel die Bank runderneuern will. Die UBS hatte sich in der Finanzkrise mit Subprime-Produkten verspekuliert und musste mehr als 50 Mrd. Dollar abschreiben. Nach den Worten des neuen Schweizer Notenbankchefs Philipp Hildebrand befindet sich die UBS wieder in einer soliden Position. Allerdings müsse sie erst noch beweisen, dass sie auch wieder Geld verdienen könne, sagte Hildebrand im Schweizer Fernsehen. Ein Rückkauf der von der UBS in eine staatliche Zweckgesellschaft ausgelagerten Wertpapiere steht nach Ansicht des obersten Notenbankers derzeit nicht zur Disposition. Ein solcher Rückkauf mache im Moment für die Bank keinen Sinn.

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