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09.04.2015

17:40 Uhr

Nach „Swiss-Leaks“

HSBC soll eine Milliarde Euro Kaution hinterlegen

Frankreich ermittelt offiziell gegen die britische Großbank HSBC wegen vertuschter Steuerhinterziehung. Gegen die Schweizer HSBC-Tochter wurde bereits ermittelt – die Holding muss jetzt eine satte Kaution hinterlegen.

Ein HSBC-Gebäude im Londoner Bankenviertel. Reuters

Canary Wharf

Ein HSBC-Gebäude im Londoner Bankenviertel.

ParisNach dem Steuerskandal um die Schweizer Tochter der Großbank HSBC ermittelt Frankreich nun auch gegen die britische Konzernmutter. Ein Justizsprecher bestätigte am Donnerstag in Paris die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Holding wegen Beihilfe zur Vertuschung von Steuerhinterziehung. Die Richter hätten am Vortag zudem eine Kaution von einer Milliarde Euro festgesetzt.

HSBC kündigte in London an, Einspruch einzulegen. Man werde sich „in allen künftigen Verfahren entschieden verteidigen“. Die Entscheidung der Franzosen habe keine rechtliche Grundlage, und die Kaution sei „ungerechtfertigt und übertrieben“. Insider sagten am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Reuters, die Summe entspreche knapp der Hälfte des von den Behörden vermuteten Betrugsvolumens. HSBC gehe dagegen von deutlich weniger aus.

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Im Februar hatten Medien aufgedeckt, dass die Schweizer HSBC-Filiale Kunden aus aller Welt bei der Hinterziehung von Steuern in Milliardenhöhe geholfen hatte („Swiss-Leaks“). In Frankreich laufen schon länger Ermittlungen, weil die Bank französischen Kunden in den Jahren 2006 und 2007 beim Steuerbetrug geholfen haben soll. Gegen die Schweizer Tochter sei bereits früher ein formales Verfahren eingeleitet worden, so der Justizsprecher. Die Ermittler halten der Holding nun vor, die Filiale nicht genug kontrolliert zu haben.

Die bei solchen Verfahren in Frankreich übliche Kaution soll sicherstellen, dass eine eventuelle Strafe bezahlt wird. Die Schweizer Großbank UBS hatte im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müssen, nachdem ein Berufungsverfahren gegen Ermittlungen rund um Steuerhinterziehungen gescheitert war. Das Gericht schätzt, dass die UBS französischen Steuerzahlern geholfen hatte, insgesamt 9,8 Milliarden Euro vor dem Fiskus zu verbergen.

Die Enthüllungen gehen ursprünglich auf den früheren HSBC-Angestellten Hervé Falciani zurück, der 2007 umfangreiche Kundendaten der Schweizer Tochter gestohlen und sie 2009 den französischen Steuerbehörden übergeben hatte. Vor wenigen Monaten berichteten dann Medien aus aller Welt detailliert über die Vorwürfe.

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