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28.09.2011

14:35 Uhr

Nach UBS-Skandal

Londoner City ringt mit Sicherheitsproblemen

VonMichael Maisch, Holger Alich

Nach dem Betrugsfall bei der Schweizer Bank UBS steht nun der gute Ruf der Londoner City in der Kritik. Denn auch nach der Finanzkrise hat die noch mit erheblichen Sicherheitsproblemen zu kämpfen.

Das Logo der UBS hinter Spinnweben. Die Sicherheitsregelungen der Bank sind mangelhaft. Reuters

Das Logo der UBS hinter Spinnweben. Die Sicherheitsregelungen der Bank sind mangelhaft.

ZürichÜber zwei Milliarden Dollar soll der junge Händler Kweku Adoboli in einem Londoner Handelssaal verzockt haben. Das ist nicht nur für seinen Arbeitgeber, die Schweizer Bank UBS, ein schwerer Schlag, sondern auch für die britische Finanzaufsicht FSA und die gesamte City. Deren guter Ruf steht wieder einmal auf dem Spiel.

Vor der Finanzkrise war die FSA dafür bekannt, dass sie sich nicht allzu tief in die Geschäfte der Banken einmischte. In der Geldbranche lief dieser liberale Ansatz unter dem Stichwort "Light Touch". "Am Markt gab es eine Sicht, dass man sich vor uns nicht fürchten muss", gab Behördenchef Hector Sants damals zu und gelobte Besserung: "Ich werde diese Sichtweise korrigieren, die Marktteilnehmer sollten sehr viel Angst haben." Tatsächlich rüstete die FSA massiv auf. Inzwischen schauen die Regulier den Banken deutlich schärfer auf die Finger. 2007, kurz vor Ausbruch der Krise, verhängte die FSA Strafen von bescheidenen 5,3 Millionen Pfund, im vergangenen Jahr waren es bereits 89 Millionen Pfund - 102 Millionen Euro.

Verdächtige Kursbewegungen

Trotz der Fortschritte beklagen Experten nach wie vor erhebliche Sicherheitsmängel in der City, zum Beispiel wenn es um den Insiderhandel geht. Nach den Statistiken der FSA kommt es noch immer vor mehr als 20 Prozent aller Übernahmen zu verdächtigen Kursbewegungen. Aber auch bei der Überwachung des Wertpapierhandels klaffen Lücken: "Die lange Phase des Light Touch rächt sich jetzt, London muss in puncto Sicherheit und Kontrolle aufholen", meint Wolfgang Fabisch, Chef der deutschen Firma B-Next, die Sicherheitssoftware für die Überwachung des Wertpapierhandels entwickelt. "Bei vielen Banken hapert es noch immer am systematischen Datenabgleich zwischen den verschiedenen Abteilungen und Produkten."

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