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13.07.2017

21:29 Uhr

Nach Übernahme

Santander bietet Popular-Aktionären Treue-Anleihen an

VonSandra Louven

Um Popular-Investoren nach der Übernahme als Kunden zu halten, bietet Spaniens größte Bank einigen von ihnen Treue-Anleihen an – insgesamt in Höhe von 980 Millionen Euro. So sollen auch Klagen verhindert werden.

Popular-Anlegern werden nun Treue-Anleihen von Santander angeboten. Reuters

Banco Popular und Santander

Popular-Anlegern werden nun Treue-Anleihen von Santander angeboten.

MadridDie spanische Großbank Banco Santander entschädigt freiwillig einige Aktionäre der jüngst übernommenen Banco Popular. Anfang Juni hat die Europäische Zentralbank (EZB) Banco Popular wegen fehlender Liquidität als nicht überlebensfähig eingestuft und den neuen europäischen Prozess für die Bankenabwicklung in Gang gesetzt. Noch in der darauf folgenden Nacht kaufte Santander Popular für einen Euro. Alle Aktionäre sowie die Eigentümer von kapitalähnlichen Anleihen (Tier 1) und nachrangigen Anleihen (Tier 2) verloren ihr Geld.

Nun aber bewegt sich Santander auf eine Gruppe von Popular-Anlegern zu. Konkret geht es um alle Popular-Kunden, die sich an der letzten Kapitalerhöhung der Bank beteiligt und zwischen dem 26. Mai und dem 21. Juni 2016 Popular-Aktien oder am 29. Juli und 14. Oktober 2011 nachrangige Anleihen (Tier 2) gekauft haben. Wenn sie zum Zeitpunkt der Popular-Übernahme ihre Papiere bei Santander oder Popular deponiert hatten, erhalten sie nun Treue-Anleihen von Santander. Institutionelle Investoren sind von der Regelung ausgeschlossen.

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Hintergrund der Aktion ist der Versuch von Santander, die Kunden von Popular zu halten und Klagen abzuwehren. „Wir erkennen die anhaltende Treue der Kunden, die in Banco Popular investieren haben an und wollen mit dieser freiwilligen Maßnahme unsere Beziehung zu ihnen stärken und ihren Finanzbedarf auf die bestmögliche Weise bedienen, was uns ermöglicht, weiter an der Integration zu arbeiten“, erklärte Rodrigo Echenique, Chef von Banco Popular und Santander Spanien am heutigen Donnerstagabend in einer Mitteilung. Kunden, die dieses Angebot annehmen, verpflichten sich, von Klagen gegen Santander abzusehen.

Anwälte hatten sich bereits positioniert, um vor allem die Popular-Aktionäre zu vertreten, die sich an der letzten Kapitalerhöhung beteiligt haben. Gerade sie konnten sich mit Klagen gute Chancen ausrechnen, weil Zweifel daran aufgekommen sind, ob zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung die wahre finanzielle Situation von Banco Popular öffentlich bekannt war. Die Deutsche Bank hatte das Klagerisiko für Santander auf 1,2 Milliarden Euro beziffert.

Insgesamt will Santander Treue-Anleihen mit einem Nominalwert von 980 Millionen Euro ausgeben. Die Anleihen im Wert von je 100 Euro können nach sieben Jahren eingelöst werden und werden mit einem Prozent verzinst. Anleger, die bei der Kapitalerhöhung 2016 maximal 100.000 Euro an Popular-Aktien gekauft haben, erhalten Bonds in der vollen Höhe ihrer Anlage. Nach Angaben von Santander trifft das auf 99 Prozent aller Aktionäre zu, die sich an der letzten Kapitalerhöhung beteiligt haben.

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