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14.07.2011

07:34 Uhr

Nachfolger-Suche

Ackermann mischt sich viel zu sehr ein

VonDieter Fockenbrock , Dieter Fockenbrock

Josef Ackermann spricht ein gehöriges Wort mit bei der Suche nach seinem Nachfolger. Doch damit geht der Chef der Deutschen Bank deutlich zu weit. Nun droht, ein Stück deutscher Firmenkultur verlorenzugehen.

Josef Ackermann im Fokus: gute Corporate Governance? Quelle: Reuters

Josef Ackermann im Fokus: gute Corporate Governance?

Puristen sind entsetzt, Pragmatiker finden das öffentliche Theater überflüssig. Der Streit über das Besetzungsrecht in Vorstandsetagen entzweit die Expertengemeinde. Kann Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann tatsächlich über seine eigene Nachfolge befinden?

Darf der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann die Suche weiterer Vorstandsmitglieder öffentlich zur Chefsache erklären? Es empfiehlt sich, solche Fragen mit klaren Grundsätzen, aber doch pragmatisch anzugehen.

Theodor Baums, Rechtsprofessor und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate-Governance-Kodex, bricht eine Lanze für Ackermann. Wenn jemand wisse, wer als künftiger Boss des größten deutschen Geldhauses geeignet sei, dann doch der Vorstand höchstselbst.

Manuel René Theisen, Professor an der Uni München und streitbarer Experte in Fragen der Corporate Governance, befürchtet dagegen den Untergang deutscher Führungskultur. Nicht nur bei der Deutschen Bank. Haben die Aufsichtsräte zweier führender deutscher Konzerne ihre gesetzliche Personalverantwortung für den Vorstand abgegeben?

Baums und Theisen vertreten die Extrempositionen bei einer altbekannten Frage: Mit welchem Führungsverständnis treten die Vorstandschefs deutscher Unternehmen eigentlich an? Die Debatte darüber schien eigentlich geklärt. Doch offensichtlich lag sie nur in einem Dornröschenschlaf.

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