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07.03.2013

13:13 Uhr

Nachfolgerin PBB

Hypo Real Estate will Geld der Privatkunden

Der Überschuss bei der Nachfolgerin der Hypo Real Estate ist um rund ein Drittel geschrumpft. Im laufenden Jahr soll das Neugeschäft der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) gesteigert werden – mit Fest- und Tagesgeldkonten.

Die HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank meldet einen Gewinnrückgang. dpa

Die HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank meldet einen Gewinnrückgang.

MünchenDie HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank (PBB) bleibt profitabel, hat 2012 aber wie erwartet einen Gewinnrückgang verbucht. Das Vorsteuerergebnis schrumpfte auf 124 (2011: 188) Millionen Euro, wie der Münchner Immobilienfinanzierer am Donnerstag mitteilte. Das lag im Rahmen der eigenen Prognosen.

Zwar konnte die PBB einen Teil ihrer Risikovorsorge für faule Kredite auflösen und bei den Kunden höhere Margen durchsetzen. Sie reichte aber insgesamt weniger Darlehen aus als im Vorjahr - das Neugeschäft sank auf 5,6 (8,0) Milliarden Euro. Im vierten Quartal kam die Bank beim Neugeschäft aber gut voran. Außerdem hielt die PBB vorsorglich mehr Liquidität vor, das kostete - wie bei der Wiesbadener Konkurrentin Aareal - im Niedrigzinsumfeld Geld.

Kapital-Beteiligungen des Soffin

Hypo Real Estate - FMS Wertmanagement

Altaktionäre 300 Millionen Euro
HRE-Gruppe 5,8 Milliarden Euro
FMS Wertmanagement (Bad Bank der HRE) 3,7 Milliarden Euro

gesamt: 9,8 Milliarden Euro

Commerzbank

6,7 Milliarden Euro

Portigon

2 Milliarden Euro

Aareal Bank

300 Millionen Euro

Quelle

Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung / Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin); Stand: 30. November 2012

Die Hypo Real Estate stand in der Finanzkrise vor dem Aus und konnte nur dank staatlicher Hilfen im Volumen von zeitweise rund 150 Milliarden Euro gerettet werden. Die gefährlichsten Wertpapiere und Kredite wurden an die Bad Bank FMS Wertmanagement ausgelagert, um mit der PBB einen Neuanfang wagen zu können. Diese muss bis Ende 2015 privatisiert werden.

2013 will PBB-Chefin Manuela Better das Neugeschäft „deutlich“ steigern, das Vorsteuerergebnis soll bei mehr als 100 Millionen Euro liegen. Zur Zielerreichung dürften auch die Privatkunden dienen: Seit Donnerstag bietet die PBB Kunden Festgeldanlagen mit Laufzeiten zwischen sechs Monaten und drei Jahren an. Auch Tagesgelder können die Kunden anlegen, teilte die Bank mit.

Die Bad Bank der Hypo Real Estate

Abwicklungsanstalt FMS

Die FMS Wertmanagement ist eine Abwicklungsanstalt, die die hochriskanten Giftpapiere der Krisenbank HRE als so genannte Bad Bank übernommen hat. Sie ist im Sommer 2010 gegründet worden, damit die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate, die mittlerweile als Deutsche Pfandbriefbank auftritt, nach der Finanzkrise einen wirtschaftlichen Neubeginn starten konnte.

Die Aufgaben

Im Oktober 2010 lagerte die HRE Risikopapiere im Wert von 175 Milliarden Euro in die Bad Bank aus. Diese giftigen Papiere soll die FMS Wertmanagement in den kommenden zehn Jahren möglichst ohne größere Verluste wieder zu Geld machen. Die Abkürzung FMS steht für Finanzmarktstabilisierung.

Wer für Verluste zahlt

Für die Verluste der öffentlich-rechtlichen Abwicklungsanstalt kommt der staatliche Rettungsfonds Soffin auf, letztendlich also der Steuerzahler. Im ersten vollständigen Geschäftsjahr 2011 verhagelte die Griechenland-Krise das Ergebnis. Die Risikovorsorge für die Hellas-Papiere betrug 8,9 Milliarden Euro. Insgesamt steht ein Verlust von 9,97 Milliarden Euro zur Buche.

Personal

Die HRE-Bad-Bank beschäftigt der Bilanz zufolge 92 Mitarbeiter. Mitte des Jahres waren es noch rund 70 Mitarbeiter. Zudem greift die Abwicklungsanstalt je nach Bedarf auf externe Dienstleister zurück, die auch beratend tätig sind, und kooperiert mit Unternehmen der HRE-Gruppe.

Die Köpfe der FMS

Den Vorstand der FMS Wertmanagement teilen sich Christian Bluhm und Ernst-Albrecht Brockhaus. Bluhm war zuvor im Management der Bank Credit Suisse, Brockhaus kommt von der Bayerischen Landesbank, wo er auch für die Liquiditätsplanung und -sicherung der BayernLB zuständig war. Die FMS hat einen aus sechs Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat.

Für drei Jahre bietet die Bank aktuell zwei Prozent Zinsen an, die Mindestanlagesumme sind 5000 Euro. Mit dem Einlagengeschäft will die Bank sich neue Geldquellen erschließen, um die Refinanzierung ihres Kreditgeschäfts auszuweiten. Bislang hatte sich die HRE auf gewerbliche Kunden spezialisiert und vor allem große Immobiliengeschäfte wie Bürogebäude oder Hotels finanziert.

Kommentare (2)

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Aktien-King

07.03.2013, 08:58 Uhr

Es ist an der Zeit die ehemalige HRE Bank endlich abzuwickeln.

Wo sind Schäffler, Sinn und Co.?

Kehren wir doch erstmal in unserem eigenen Saustall und dann schauen wir nach Südeuropa!

Welcher Kleinanleger vertraut einer Pleitebank sein Erspartes an, wenn man alleine mit einer soliden Dividendenrendite und ergänzend durch Kurssteigerungen Renditen von 10% und mehr nach Steuern im Jahr erzielen kann?

Account gelöscht!

07.03.2013, 09:35 Uhr

Liebe Redaktion, ich denke, daß Sie sich bei der Beteiligung des SOFFIN an der Aareal Bank vertan haben. Sie liegt sicherlich nicht bei 300 Mrd Euro.

MfG

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