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02.03.2004

08:10 Uhr

Nachgefragt

„Keine deutsche Bank“

Die britische Großbank HSBC ist nicht am Kauf einer deutschen Bank interessiert. Dies sagte der Chairman der zweitgrößten Bank der Welt, Sir John Bond, dem Handelsblatt.

Der deutsche Bankensektor steckt in einem Prozess des Wandels. Lockt eine Bank wie HSBC langsam der Einstieg?

Natürlich ist Deutschland die wichtigste Volkswirtschaft in Europa, und damit prinzipiell eine Überlegung wert. Ich frage mich aber, warum ausgerechnet HSBC in einen Markt einsteigen sollte, wenn nicht einmal die heimischen Institute es dort schaffen, ordentliche Gewinne einzufahren.

Worin besteht für Sie das Hauptproblem?

Das Problem des deutschen Marktes ist das altbekannte: Solange fast zwei Drittel der heimischen Kreditinstitute wie die öffentlich-rechtlichen Institutionen keine Rechenschaft vor eigenen Aktionären ablegen müssen, wird sich der Einstieg dort nicht lohnen – weil sie vermutlich keine Produkte zu Konkurrenzbedingungen anbieten.

Aber die Rahmenbedingungen für die öffentlichen Institute werden ja verschärft. Ändert das Ihre Einstellung?

Ich bekomme große Probleme mit meinen eigenen Aktionären, wenn ich eine Bank übernehmen will, die nur eine einstellige Eigenkapitalrendite ausweist. Das ist bei den deutschen Banken nun einmal der Fall. Das vielleicht einzig interessante Institut auf dem Markt ist die Deutsche Bank.

Die zudem ein starkes Standbein im Investment-Banking besitzt, was Sie ebenfalls ausbauen wollen.

Wir haben bereits ein erfolgreiches Investment-Banking geschaffen und bauen auf diesen Erfolgen selbstständig auf. Wir orientieren uns dabei übrigens auch nicht an den Ranglisten, sondern wollen zusätzliche Werte für unsere Aktionäre schaffen. Kurz gesagt: Wir interessieren uns überhaupt nicht dafür, das Modell einer anderen Bank zu kopieren.

Sie müssten das Modell nicht kopieren, wenn Sie die Bank gleich ganz übernehmen.

Eine Investmentbank zu übernehmen ist die risikoreichste Transaktion, die man als Bank machen kann. Genau deshalb werden wir das nicht tun.

Die Fragen stellte Felix Schönauer.

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