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22.04.2013

13:40 Uhr

Nachschussforderung

Deutsche Bank wird von Fonds verklagt

Der Abbau von Positionen eines Fonds im Jahr 2008 könnte die Deutsche Bank teuer zu stehen kommen. Fondschef Alexander Vik fordert 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz – doch auch die Deutsche Bank klagt.

Dunkle Wolken ziehen über die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. dpa

Dunkle Wolken ziehen über die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.

LondonEine Nachschussaufforderung der Deutsche Bank aus dem Jahr 2008 hat derzeit in London ein gerichtliches Nachspiel. Die Bank hatte Ende 2008 den Fonds Sebastian Holdings aufgefordert, rund 530 Millionen Dollar an zusätzlichen Sicherheiten für seine Devisenwetten zu stellen, und begonnen die Positionen des Fonds aufzulösen. Fondschef Alexander Vik verklagt die Bank jetzt auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt rund 2,5 Milliarden Dollar.

Bei dem am Montag beginnenden Prozess in London wird der 58-jährige Vik argumentieren, dass die Bank für die Verluste und entgangenen Gewinne verantwortlich war. Ein Richter müsse dann entscheiden, ob Viks Berechnungen korrekt seien, erklärte John Day, Anwalt in der Londoner Kanzlei Day-Sparkes. Für das Verfahren sind zwölf Wochen angesetzt.

Die Klage-Chronik der Deutschen Bank – Teil 1

Diverse Klagen

Mutmaßliche Bilanztricksereien, Hypothekenklagen, Zinsmanipulationen, der Kirch-Streit - die Deutsche Bank muss noch eine ganze Reihe von potenziell sehr teuren Altlasten aufarbeiten. Eine Übersicht über die Vorwürfe und Verfahren seit Anfang 2011, von denen einzelne bereits abgeschlossen sind.

22. März 2011

Der Bundesgerichtshof gibt der Deutschen Bank eine schallende Ohrfeige: Sie muss an einen hessischen Mittelständler mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Diesen Betrag hatte der Kläger mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren, das die Bank nach Auffassung des BGH „bewusst zulasten des Anlegers“ konstruiert hatte. In der Folge einigt sie sich mit zahlreichen Kommunen und Unternehmen nach Angaben von Anwälten auf Vergleiche.

13. April 2011

In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise erhebt ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und Goldman Sachs. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, umstrittene Finanzprodukte aufgelegt zu haben. Sie habe unter anderem einen milliardenschweren verbrieften Hypothekenkredit (CDO) namens „Gemstone 7“ geschnürt und verkauft, bevor der Markt abstürzte. Dabei habe der zuständige Händler gewusst, dass das Paket minderwertige Assets enthalte.

29. April 2011

Die EU-Wettbewerbshüter knöpfen sich den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) vor, mit denen sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen absichern. Die Kartellermittlungen richten sich gegen 16 Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen (2013) wird von den deutschen Häusern zunächst nur die Commerzbank vom Haken gelassen.

4. Mai 2011

Die Deutsche Bank bestätigt, dass die Stadt Los Angeles eine Klage gegen das Institut im Zusammenhang mit umstrittenen Zwangsräumungen eingereicht hat. Die Bank sei über Tochterunternehmen einer der größten „Slumlords“ der Millionenmetropole, heißt es in der Klageschrift, die Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar nach sich ziehen könnte. Sie habe Hunderte Anwesen verfallen lassen und Menschen zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben. Nach Angaben des Instituts wurde die Klage inzwischen abgewiesen. Ob die Stadt in Berufung geht, ist aber weiterhin offen.

2. September 2011

Die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) verklagt 17 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte, darunter die Deutsche Bank. Die Behörde wirft ihnen vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht - davon entfallen mehr als 14 Milliarden auf die Deutsche Bank. Das Geldhaus weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

5. September 2011

Laut „Financial Times“ nehmen britische Behörden von der Deutschen Bank und anderen Instituten zusammengestellte Wertpapiere wegen Betrugsverdachts unter die Lupe. Die Untersuchung des Serious Fraud Office soll Beweise dafür liefern, dass die Banken ihren Kunden beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren in Großbritannien falsche Informationen geliefert hätten. Die Ermittlungen sind schwierig, da die Behörde den Instituten Betrugsabsicht nachweisen müsse.

14. November 2011

Die Staatsanwaltschaft München lässt Vorstandsbüros und die Rechtsabteilung im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess durchsuchen. Gegen den damaligen Vorstandschef Josef Ackermann werde wegen des Verdachts auf Prozessbetrug ermittelt. Auch gegen den damaligen Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstandschef Rolf Breuer und den früheren Personalchef Tessen von Heydebreck werde ermittelt. Die Bank und die Betroffenen halten die Beschuldigungen für haltlos und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für unverhältnismäßig.

19. November 2011

Die Pleite der US-Finanzfirma MF Global hat für die Deutsche Bank ein juristisches Nachspiel. Zwei US-Pensionsfonds verklagen Abteilungen des Frankfurter Instituts sowie sechs weiterer Geldhäuser, die MF bei der Erstellung von Anleihe-Angeboten unterstützt haben. Die Kläger werfen ihnen vor, in den Prospekten Probleme verschwiegen zu haben, die zum Kollaps des Brokerhauses geführt haben. Mit der Klage nehmen die Fonds finanzstarke Institute ins Visier, um ihre Verluste nach dem MF-Global-Zusammenbruch auszugleichen.

21. Dezember 2011

Sechs Händler werden wegen eines 230 Millionen Euro schweren Umsatzsteuerkarussells mit CO2-Verschmutzungszertifikaten in Frankfurt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Handel wurde über die Deutsche Bank abgewickelt. Unter den 170 Beschuldigten im Visier der Staatsanwaltschaft sind auch sieben Mitarbeiter der Bank. Gegen sie gibt es noch keine Anklagen, die Bank hat aber 310 Millionen Euro Umsatzsteuerforderungen aus dem CO2-Handel abgeschrieben.

„Ganz abgesehen von der spektakulären Summe, um die es geht, wird die Schlüsselfrage für das Gericht sein, ob die von Sebastian Holdings angegebenen Verluste nach der Glattstellung der Positionen zu spekulativ waren”, erläuterte Day, der an dem Prozess selbst nicht beteiligt ist. „Der Fall könnte weitreichende Implikationen für den Bankensektor haben.”

Die Klage des Sebastian-Fonds ist nicht das einzige juristische Problem, mit dem die größte deutsche Bank aktuell konfrontiert ist. Im März hat die Deutsche Bank ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um etwa ein Drittel auf 2,4 Milliarden Euro erhöht. Neben Klagen im Zusammenhang mit US-Hypotheken und aufsichtsrechtlichen Untersuchungen ermitteln die Behörden auch wegen Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit CO2- Zertifikaten und Manipulation von Zinssätzen.

Kommentare (3)

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22.04.2013, 15:32 Uhr

Sehr schön und dann gleich weiter Belangen für den grössten (Papier-)Gold- und Silberraub der Geschichte der sich in den letzten Tagen abgespielt hat.

Die Deutsch-Bankster waren mal wieder mitten drin, zusammen mit 15 weiteren Kabale-Mitgliedern am Vorabend des Verbrechens im Weissen Haus.

Die DB lässt sich aber auch rein gar nichts entgehen...schöne Grüsse auch noch an die Eliten (Bilderberger, CFR, Atlantikbrücke, Group of 30, BIZ, etc.) und vielen Dank für die günstigen Nachkaufspreise!

Got [physical(!)] Gold+Silver!

http://www.zerohedge.com/contributed/2013-04-22/why-western-banking-cartel’s-gold-and-silver-price-slam-will-backfire-and-how

So this crisis quickly morphed into the conundrum of “How does one slam gold and silver prices overnight in a rapid waterfall decline?” Bankers needed to solve this puzzle as quickly as possible, and the Obama administration called a meeting of the following 15 bankers just one day prior to the start of the now infamous banker gold and silver raid:



Lloyd Blankfein, Chairman and CEO Goldman Sachs

Jacques Brand, CEO Deutsche Bank

Michael Corbat, Chief Executive Officer Citigroup

Jamie Dimon, Chairman, CEO and President J.P. Morgan Chase

Sergio Ermotti, CEO UBS

James Gorman, Chairman and CEO Morgan Stanley

Gerald Hassell, Chairman and CEO Bank of New York Mellon Corporation

Jay Hooley, Chairman, President and CEO State Street Corporation

Abby Johnson, President, Fidelity Financial Services, Fidelity Investments

Steve Kandarian, Chairman of the Board, President and CEO Metlife

Brian Moynihan, President and CEO Bank of America/Merrill Lynch

John Strangfeld, CEO, Prudential

John Stumpf, Chairman, President and CEO Wells Fargo

Jim Weddle, Managing Partner, Edward Jones

Bob Benmosche, President and CEO American International Group

Account gelöscht!

22.04.2013, 15:37 Uhr

...und weil wir gerade beim Thema sind und es gerade so richtig Spass macht - hier eine echte Verschwörung die es in sich hat...aber ist eben nur eine VT...oder doch die Wahrheit???!!!
Man sollte sich mal mit der folgenden Thematik auseinandersetzen:

US-Budget versus CAFR - doppelte Buchführung mal ganz anders
The CAFR Swindle - The Biggest Game in Town
http://sgtreport.com/2012/09/so-you-want-a-gold-backed-currency-the-50-year-plan-is-coming-to-a-close/

Vielleicht erklärt dies ja ein wenig die 'kriminelle' Dominanz der US respektive Elite-Kabale beim internationalen Börsengeschäft...und Drogenhandel...und Militärisch-Industrieller-Komplex...etc, etc, etc.

Ohne Gewähr(!)

Got [physical(!)] Gold+Silver?!!!

Account gelöscht!

30.04.2013, 11:00 Uhr

Der begründet seine Klage ernsthaft damit, das die DB seine Vertragsverletzung vermutet oder gekannt hat, und sie deswegen nicht gegen ih vorgehen darf?????
Klar ist sich die Bank der Sache bewusst, d
Eswegen wollte sie ja auch das er es glattzieht.
......Ach Herr Richter, die Polizei hat doch immer vermutet, oder sogar gewusst, das ich einStraftäter bin. Daher hat sie kein Recht gehabt mich JETZT, wo sie es vielleixht sogar beweisen kann zu verhaften......
GEhts noch?????

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