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20.11.2014

11:52 Uhr

Nächste Runde im US-Steuerstreit

Schweizer Banken müssen Informationen nachliefern

Die USA verlangen von der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigen Schweizer Banken noch mehr Informationen. Rund 40 Banken gegen die das US-Justizministerium ermittelt müssen laut einem Zeitungsbericht nachbessern.

Die USA fordern bei ihren Ermittlungen gegen 40 Schweizer Banken noch mehr Informationen von den Instituten. dpa

Die USA fordern bei ihren Ermittlungen gegen 40 Schweizer Banken noch mehr Informationen von den Instituten.

ZürichIm Steuerstreit mit Schweizer Banken läuten die USA einem Zeitungsbericht zufolge eine neue Runde ein. Rund 40 Banken, die die Amerikaner der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigen, müssen weitere Informationen nachliefern, berichtete die „Handelszeitung“ (Donnerstagausgabe) ohne Nennung von Quellen. Mit einem Abschluss des Verfahrens und der Festlegung der Geldstrafen könnten die Banken im Frühjahr 2015 rechnen.

Das US-Justizministerium ermittelt seit Jahren gegen Schweizer Institute. UBS und Credit Suisse kauften sich mit hohen Bußgeldzahlungen frei, gegen Julius Bär, die Zürcher Kantonalbank und rund zehn weitere Banken laufen Ermittlungsverfahren.

Den übrigen Instituten boten die USA 2013 ein Selbstanzeige-Programm an. Daran nimmt auch die Schweizer Tochter der Deutschen Bank teil. Die Teilnehmer mussten bereits umfangreiche Informationen zum US-Geschäft liefern.

Der „Handelszeitung“ zufolge haben sich rund 90 Institute in die Kategorie 2 des Programms eingereiht. Diese Banken müssen davon ausgehen, dass sie Gelder für US-Steuerhinterzieher verwaltet haben. Davon würden rund 50 von den Amerikanern als unproblematisch eingestuft.

Was die Banken ihre Rechtsstreitereien kosten

UBS

Die UBS hat für mögliche Strafen mit 3,5 Milliarden Franken (2,9 Milliarden Euro) fast soviel zurückgelegt wie die Deutsche Bank. Umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro hat die Zürcher Bank bereits zur Beilegung des Skandals um Manipulationen des Libor-Referenzzinses gezahlt.

Bei den Rechtsstreitigkeiten um die Verwicklung in Manipulationen am Devisenmarkt kommt das größte eidgenössische Geldhaus offenbar einem Vergleich immer näher. Weltweit sollen Händler zahlreicher Banken Kurse am 5,3 Billionen Dollar schweren Devisenmarkt zu ihren Gunsten manipuliert haben.

Barclays

Auch die britische Großbank RBS stellt sich auf eine Strafe im Devisenskandal ein. Wie die Royal Bank of Scotland (RBS) mitteilte, wurden dafür 400 Millionen Pfund (508 Millionen Euro) zurückgelegt. Weitere 100 Millionen Pfund seien bei RBS für Kundenentschädigungen zurückgestellt worden. Viele britische Banken hatten ihren Kunden Versicherungen aufgedrängt, die sie gar nicht brauchten.

Credit Suisse

Die Großbank Credit Suisse hat weniger Geld für Schadenersatz und Bußen beiseitelegen müssen als andere große internationale Banken. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten beliefen sich im dritten Quartal netto auf 390 Millionen Franken (323 Millionen Euro).

Lloyds

Im Skandal um Kreditausfallversicherungen legte Lloyds für Schadenersatzforderungen von Kunden, die sich falsch beraten sehen, weitere 900 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden Euro) zurück. Die Affäre hat das Institut bereits elf Milliarden Pfund gekostet, mehr als jede andere britische Bank. Neben anderen Altlasten hatte vor allem dieser Skandal Lloyds nach der Finanzkrise immer wieder zurückgeworfen.

Commerzbank

Die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde wirft der Commerzbank vor, gegen Iran-Sanktionen verstoßen zu haben, es wird bereits seit längerem über eine Strafe von 650 Millionen Euro spekuliert. Andere Banken, wie die französische BNP Paribas, mussten bereits saftige Beträge zahlen.

Die Commerzbank hat sich nie zur Höhe ihrer Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Iran geäußert. Analystenschätzungen zufolge hat sie im ersten Halbjahr noch einmal 250 Millionen Euro zurückgestellt, insgesamt seien dafür nun 550 Millionen reserviert.

Deutsche Bank

Im dritten Quartal musste die Deutsche Bank 894 Millionen Euro zusätzlich für Rechtskosten zurückstellen. Wegen der hohen Belastungen schrumpfte der Gewinn vor Steuern des größten deutsche Geldinstituts im dritten Quartal auf 266 Millionen Euro.

Die verbleibenden 40 Häuser seien im Oktober aufgefordert worden, Daten nachzuliefern. Sie führten eine große Zahl von Amerikanern mit unversteuerten Geldern in ihren Kundenlisten oder legten bei deren Betreuung ein auffälliges Verhalten an den Tag, so die Zeitung.

Von

rtr

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