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16.05.2011

15:25 Uhr

Nasdaq gibt auf

Die Deutsche Börse gewinnt den Kampf um die Nyse

Der nervenaufreibende Übernahmekampf um den Nyse scheint für die Deutsche Börse ein gutes Ende zu nehmen: Die konkurrierende Nasdaq zog ihr Angebot zurück. Die Begründung dürfte der Deutschen Börse gefallen.

Der Bulle nahe der Nyse in der Wall Street: Sieg für die Deutsche Börse. Quelle: dapd

Der Bulle nahe der Nyse in der Wall Street: Sieg für die Deutsche Börse.

New York/FrankfurtDer Weg für die Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange (Nyse) scheint frei: Die US-Technologiebörse Nasdaq und die mit ihr verbündete Rohstoffbörse ICE haben ihr Angebot für die Nuyse Euronext fallengelassen. „Wir haben uns entschlossen, unser Angebot zurückzuziehen, weil klargeworden ist, dass wir keine Genehmigung der Finanzaufsicht bekommen werden“, sagte Nasdaq-Chef Bob Greifeld am Montag.

Die Nasdaq hatte mit ihrem feindlichen Übernahmeangebot die Fusionsbestrebungen von Deutscher Börse und Nyse torpediert. Bereits früh waren aber Bedenken aufgekommen, dass die Wettbewerbs- und Finanzaufsichtsbehörden Einspruch einlegen könnten. Mit der Kombination von Nasdaq und Nyse wäre ein dominierender Börsenbetreiber in den Vereinigten Staaten entstanden.

Die Deutsche Börse hat den Rückzug ihrer Konkurrenten betont gelassen aufgenommen. Ein Sprecher sagte: „Wir nehmen es zur Kenntnis und führen unseren eigenen Prozess wie mehrfach dargelegt mit voller Kraft fort.“

Vorstandschef Reto Francioni hatte bei der Hauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns am Donnerstag auf die Frage nach Konsequenzen aus einem möglichen Platzen der Fusionspläne gesagt: „Wir sind überzeugt, dass wir die breite Zustimmung gewinnen werden.“

Die Nachricht hat die Aktien der Deutschen Börse beflügelt. Sie drehten deutlich ins Plus und stiegen um zwischenzeitlich über fünf Prozent. „Der Fusion zwischen Deutscher Börse und Nyse sollte nun nichts mehr im Wege stehen“, sagte Analyst Christian Muschick von der Investmentbank Silvia Quandt.

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Die enttäuschten Hoffnungen einiger Anleger auf einen langwierigen und kostspieligen Bieter-Wettstreit schickte die in Paris gelisteten Nyse-Papiere auf Talfahrt. Die Titel brachen um zwischenzeitlich zehn Prozent ein und waren damit so günstig wie seit Anfang April nicht mehr.

Der Rückzug kommt überraschend: Erst vor zwei Wochen haben Nasdaq und ICE gesagt, die New York Stock Exchange (Nyse) nun gegen den Willen des Managements übernehmen zu wollen. Die Aufsichtsgremien der Partner gaben damals grünes Licht für eine Angebot an die Aktionäre der Nyse im Wert von rund elf Milliarden Dollar. Damit buhlen sie um die Gunst der Nyse-Aktionäre, nachdem deren Management die Offerte bereits zwei Mal abgelehnt hat.

ICE-Chef Jeffrey Sprecher erklärte: "Die Führung der Nyse hat unser überlegenes Angebot zwei Mal abgelehnt, ohne sich mit uns zu treffen, obwohl die Vereinbarung mit der Deutschen Börse ihnen solche Gespräche erlauben würde." Daher wende man sich nun direkt an die Aktionäre.

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