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22.02.2017

18:37 Uhr

Negativzinsen

Münchner Sparkasse verlangt Einlagegebühr

VonElisabeth Atzler

Die Banken spüren den Strafzins, den die EZB verlangt. Die Stadtsparkasse München berechnet Firmenkunden ab April ein Verwahrentgelt. Die Zeit der Millionengewinne aus den Kundeneinlagen ist trotzdem vorbei.

Die Münchner Stadtsparkasse legt den negativen Zins der EZB auf ihre Firmenkunden um – und verlangt ab April eine Gebühr für Einlagen. dpa

Gebühr für Einlagen

Die Münchner Stadtsparkasse legt den negativen Zins der EZB auf ihre Firmenkunden um – und verlangt ab April eine Gebühr für Einlagen.

MünchenDie Stadtsparkasse München zählt zu den ersten Geldhäusern, die künftig Firmenkunden ab einer bestimmten Einlagensumme einen Negativzins berechnen. Ab April müssen Unternehmen 0,4 Prozent berappen, wenn sie mehr als 250.000 Euro an kurzfristigen Mitteln bei der Sparkasse halten. Damit gibt das Geldhaus den Strafzins, den die Europäische Zentralbank (EZB) für Übernachtgelder verlangt, an diese Firmen weiter. Die Notenbank will so die Kreditvergabe in der Euro-Zone ankurbeln, was ihr aber zumindest in Deutschland nicht gelingt.

Bisher scheinen die Kunden die Ankündigung der Sparkasse gelassen zu sehen. Im Moment gebe es „keine großen Reaktionen“ aus der Kundschaft, sagte Sparkassenchef Ralf Fleischer am Mittwoch. „Der ein oder andere wird vielleicht Gelder umverteilen.“ Allerdings wisse man, dass Firmen bei Wettbewerbern schon oft Verwahrentgelte zahlen müssten. Von Privatkunden will die Sparkasse dagegen keine solche Extra-Gebühr verlangen. Man versuche, die Erträge zu steigern und Kosten zu sparen, um genau solche Effekte zu verhindern, sagte Fleischer. Wenn eine der großen Banken jedoch damit beginne, müssten wohl auch andere reagieren.

Gebühr für Privatkunden: Wann ziehen die Sparkassen bei Strafzinsen nach?

Gebühr für Privatkunden

Wann ziehen die Sparkassen bei Strafzinsen nach?

Die Münchner Stadtsparkasse will Strafzinsen für Privatkunden vermeiden – und doch könnte sie sich dazu gezwungen sehen, wenn große Wettbewerber damit beginnen. Für Kunden ist das keine gute Nachricht.

Während Strafzinsen für normale Sparer als Tabu gelten, sind sie für Unternehmen, Profiinvestoren und Kommunen mit hohen Einlagen zusehends üblich. Nur eines von 25 großen Geldhäusern, die das Handelsblatt kürzlich befragte, verneint Strafzinsen für Unternehmen.

Der Trend zu einer fixen Grenze wie in München zeigt sich besonders seit Jahresbeginn. Bundesweit haben mehr als ein Dutzend Geldhäuser eine entsprechende Summe festgelegt. Das gilt beispielsweise für die Hamburger Volksbank, die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die Kreissparkasse Köln und die Dortmunder Volksbank.

Kostenlose Girokonten

Der Vergleich

Im Folgenden sind die Banken aufgelistet, deren Jahrespreis für ein Girokonto bei null Euro liegen. Weiterhin sind optionale Leistungen aufgelistet, die ein Kunde in Anspruch nehmen kann. Zu den zusätzlichen Leistungen gehören eine beleghafte Überweisung sowie die Jahreskosten für eine Kreditkarte sowie die Höhe des Dispozinses.

Quelle: Stiftung Warentest, September 2016

1822direkt

Konto: GiroSkyline

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 29,90 Euro/Jahr

Dispozins: 7,43 Prozent/Jahr

Comdirect Bank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,90 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,95 Prozent/Jahr

Consorsbank

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: 2,95 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,75 Prozent/Jahr

Edekabank

Konto: Edeka-Konto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 10,00 Euro/Jahr

Dispozins: 7,34 Prozent/Jahr

ING-Diba

Konto: Girokonto

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 6,99 Prozent/Jahr

Netbank

Konto: Privatgirokonto

Beleghafte Überweisung: 10,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 8,00 Prozent/Jahr

Norisbank

Konto: Top-Girokonto

Beleghafte Überweisung: keine Angabe

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 10,85 Prozent/Jahr

PSD Niederbayern-Oberpfalz

Konto: GiroDirekt

Beleghafte Überweisung: kostenlos

Kreditkarte: 20,00 Euro/Jahr

Dispozins: 6,84 Prozent/Jahr

Santander Bank

Konto: 1 2 3 Girokonto

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 7,49 Prozent/Jahr

Santander Consumer Bank

Konto: Girokonto Kombi

Beleghafte Überweisung: 1,50 Euro/Überweisung

Kreditkarte: kostenlos

Dispozins: 8,05 bis 11,30 Prozent/Jahr

Wüstenrot Bank

Konto: Top Giro

Beleghafte Überweisung: 3,00 Euro/Überweisung

Kreditkarte: 19,00 Euro/Jahr

Dispozins: 10,87 Prozent/Jahr

Besonders deutlich ist der Effekt in Sachsen: Im vergangenen Herbst führte die Sparkasse Dresden, das größte Institut des Bundeslandes, einen Strafzins ab Einlagen von einer Million Euro ein. Seit Anfang des Jahres werden Firmenkunden auch bei der Sparkasse Leipzig ab einer bestimmten Summe zur Kasse gebeten. Andere Institute wie die Sparkasse Meißen, die Leipziger Volksbank, die Sparkasse Vogtland und die Kreissparkasse Bautzen zogen nach.

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