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01.09.2016

14:03 Uhr

Negativzinsen und Marktturbulenzen

Schweizer Banken drücken beim Stellenabbau aufs Tempo

1000 Stellen im letzten Jahr, 3500 Stellen in diesem: Die Banken der Schweiz treiben den Stellenabbau schneller voran. Gleichzeitig schaffen die Institute doppelt so viele neue Arbeitsplätze – allerdings im Ausland.

Für die kommenden Monate seien aufgrund des großen Stellenabbaus im ersten Halbjahr keine größeren Streichungen zu erwarten, so die Schweizer Bankenvereinigung. dpa

Credit Suisse in Zürich

Für die kommenden Monate seien aufgrund des großen Stellenabbaus im ersten Halbjahr keine größeren Streichungen zu erwarten, so die Schweizer Bankenvereinigung.

ZürichDie Schweizer Banken haben den Stellenabbau einer Umfrage ihres Verbands zufolge beschleunigt. Die von der Schweizer Bankiervereinigung (SBVg) befragten Institute hätten im ersten Halbjahr knapp 3500 Vollzeitarbeitsplätze oder vier Prozent der Stellen im Inland gestrichen. „Das ist viel“, sagte der Leiter der SBVg-Wirtschaftspolitik, Martin Hess, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Federführend dabei seien vor allem die Großbanken UBS und Credit Suisse gewesen. Parallel zu dem Stellenabbau in der Schweiz hätten die Institute im Ausland neue Arbeitsplätze geschaffen – netto knapp 7000. Damit könnten sie ihre Kosten senken oder Kunden im Ausland besser betreuen, sagte Hess.

Im gesamten vergangenen Jahr fielen gut 1000 Stellen weg. Zu Beginn der Finanzkrise hatten bei den Banken in der Schweiz gut 110.000 Menschen gearbeitet, 2015 waren es 103.000. Für die zweite Jahreshälfte sei nach dem Kahlschlag im ersten Halbjahr kein größerer Abbau zu erwarten, erklärte die SBVg.

Die Einnahmen des Sektors stieg im Vorjahr um fünf Prozent auf knapp 65 Milliarden Franken – das ist der höchste Wert seit der Finanzkrise. Weil viele der vermögenden Kunden wegen der Marktturbulenzen weniger Anlageprodukte kaufen, schrumpfte der Kommissionsertrag der Institute weiter.

Der Zinsertrag stieg trotz der rekordtiefen Zinsen hingegen weiter an und übertraf nach Angaben der SBVg erstmals das für die Schweizer Banken traditionell wichtige Kommissionsgeschäft. Die SBVg erwartet daher nicht, dass die Institute die Negativzinsen an Privatsparer weiterverrechnen. „Wenn Sie diesen Zinserfolg anschauen, in einem Umfeld mit Negativzinsen, dann gibt es unmittelbar keine Veranlassung, diese auf die Privatsparer zu übertragen. Das wäre wie ein Tabubruch, wenn man das auf breiter Ebene machen würde“, sagte Hess.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

Von

rtr

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