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12.01.2005

11:58 Uhr

Neuanfang für gefallene Unternehmenschefs

Investmentfirmen wollen in Deutschland mit Promi-Hilfe einkaufen

International tätige Beteiligungsgesellschaften suchen immer öfter prominente Hilfe, wenn es darum geht, in Deutschland zu investieren. An Geld mangelt es den Investoren nicht. Jedoch fehlen zuweilen die richtigen Kontakte und das nötige Wissen über die Besonderheiten der Branche und des deutschen Marktes.

HB MÜNCHEN. Bekannte Manager sollen da helfen. Jüngstes Beispiel ist der vor knapp einem Jahr abgelöste Infineon-Chef Ulrich Schumacher, der jetzt zum Partner der US-Investmentgruppe Francisco Partners berufen wurde.

Schumacher befindet sich mit seinem Wechsel in die Investment- Branche in guter Gesellschaft. So fädelte jüngst Ex-Thyssen-Krupp-Chef Dieter Vogel für den Finanzinvestor Lindsay, Goldberg & Bessemer die Übernahme des Duisburger Stahlhändlers Klöckner & Co AG (KlöCo) mit ein. Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser wurde für General Atlantic Partners aktiv, Investcorp sicherte sich die Dienste des ehemaligen Bertelsmann-Chefs Thomas Middelhoff. „Ein Middelhoff kennt natürlich wahnsinnig viele Leute. Vor allem aber kann er ein intimes Branchenwissen einbringen, dass den branchenfremden Finanzinvestoren oft fehlt“, sagt ein Manager einer Beratungsfirma, die schon viele Übernahmen begleitet hat.

In der Vergangenheit hatten sich internationale Firmen bei geplanten Übernahmen in Deutschland oft nicht sehr geschickt angestellt. Gerade in den achtziger Jahren hätten viele Investoren eigene Manager etwa aus den USA oder Kanada nach Deutschland geschickt, um Übernahmen vorzubereiten oder die Geschäfte zu führen, sagt der Geschäftsführer beim Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Holger Frommann. „Das waren Leute, die fachlich gut waren, aber mit der deutschen Mentalität nicht zu Rande kamen.“ Unterschiedliche Sprachen und Firmenkulturen, Rechts- und Steuersysteme hätten das Engagement erschwert.

„Aus der Vergangenheit wurden aber Lehren gezogen“, sagt Frommann. Heute knüpften die Investoren entweder Kooperationen mit einer vor Ort bereits aktiven Private-Equity-Gesellschaft. „Oder man sondiert den Zielmarkt und bildet vor Ort ein entsprechendes Team mit Leuten, die den Markt kennen und Netzwerkteile mit einbringen.“ Dabei könne das Engagement eines erfahrenen Managers durchaus Sinn machen.

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