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25.01.2010

07:00 Uhr

Neuausrichtung

HSH-Nordbank löst ihre Problem-Portfolios auf

VonPeter Köhler

Die angeschlagene Landesbank stößt mit Omega 52 und Omega 55 zwei weitere Teile ihrer risikoreichen Bilanz-Aktiva ab. Eine Abschreibung von 500 Mio Euro soll dadurch um rund die Hälfte verringert worden sein.

Die HSH Nordbank stößt zwei problematische Portfolios auf. Quelle: ap

Die HSH Nordbank stößt zwei problematische Portfolios auf.

HB FRANKFURT. Die HSH Nordbank hat zwei Geschäfte mit den Code-Namen Omega 52 und Omega 55 aufgelöst. Über den Preis für die Bereinigung wurde laut einer Mitteilung zwar Stillschweigen vereinbart; eine Abschreibung von 500 Mio Euro soll aber dadurch um rund die Hälfte verringert worden sein, hieß es in Finanzkreisen. Mit der Auflösung der Portfolios setzt die Landesbank den angekündigten Abbau von problembehafteten Aktiva fort.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hatte das Management der Bank entschieden, dass die Finanzierung von Zweckgesellschaften sowie das Kreditersatzgeschäft nicht zum künftigen Kerngeschäft zählen. In den Jahren 2007 und 2008 hatte die Bank insgesamt rund 600 Mio. Euro in die beiden Omega-Portfolien investiert. Durch die jetzige Transaktion werde es keine weiteren Belastungen aus dem Investment mehr geben, teilte die Bank mit. Die HSH-Nordbank hatte 2008 hohe Verluste eingefahren und musste mit staatlicher Hilfe gerettet werden.

Unterdessen haben die vom Finanzinvestor JC Flowers für die Beteiligung an der HSH Nordbank gegründeten Trusts Insolvenz angemeldet. Die neun Gesellschaften haben Gerichtsunterlagen zufolge ausstehende Schulden von 383 Mio. Euro beziehungsweise umgerechnet 540 Mio Dollar. Die Vermögen der Trust-Gesellschaften werden nach Brancheneinschätzung auf 680 Mio. Dollar veranschlagt. Der Finanzchef von JC Flowers, Daniel Katsikas, erklärte, die Insolvenz werde den von Flowers beratenen Gesellschaften Luft verschaffen, um eine Umschuldung auszuhandeln.

"Wir sehen das gelassen. Der Insolvenzantrag zu den HSH-Trusts hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf die HSH Nordbank, sagte einer Sprecherin der Landesbank.

In Finanzkreisen hieß es, das Konkursverfahren nach amerikanischem Recht sei eine Folge der eingestellten Dividendenzahlungen der HSH Nordbank. Mit den Ausschüttungen sollte der Schuldendienst und die Tilgung des Fremdkapitals erfolgen, das Flowers beim Kauf des Anteils 2006 von der WestLB bei Banken aufgenommen hatte. Mit den milliardenschweren Hilfen der Eigentümer für die HSH Nordbank und dem damit verbundenen Beihilfeverfahren der EU-Kommission war diese Konstruktion in der Finanzkrise überholt. Die Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium, zu dem die Commerzbank, Lloyds TSB Bank, ABN AMRO Bank, Calyon und die Royal Bank of Scotland zählen, sollten jetzt zügiger vorankommen, hieß es in Finanzkreisen.

Kommentare (1)

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Lieber3103

21.02.2010, 14:36 Uhr

Die Verluste des Omega-Geschäftes sind eigentlich nur "Peanuts" im Gegensatz zu den Sprengköpfen, die noch in der bilanz der HSH Nordbank schlummern.

Und statt die Risiken abzubauen, werden eigentlich täglich neue Risiken aufgebaut - teilweise auch auf Druck der "örtlichen" Politik. So finanziert die HSH Nordbank als Konsortialführer den Neubau von Schiffen auf der Wada Werft (in Meck-Pom). Es gibt weltweit sonst keine Großbank, die ein Neubaugeschäft mit Schiffen abschließt - hier hat die HSH Nordbank wirklich ein Alleinstellungsmerkmal und weitere Risiken ohne Not übernommen.

Aber vielleicht schafft es Dr. No. noch in recht kurzer Zeit den aktuellen Kapitalbedarf auf das Niveau der bayernLb (10 Mrd. € frisches Geld von bayern) zu erhöhen. Das heisst man ist im Rennen um die Nr. 1 der Landesbankengeldvernichtung in D gut mit dabei. Und das gibt wie soll es auch anders sein, wieder boni, um boni, um boni.

Danke Dr. No., Sie sind schön gegeelt und sehr arogant, und dass muss einfach hoch vergütet werden. Und machen Sie bitte so weiter, dann kann Hamburg und Schleswig Holstein von investoren bald billig übernommen werden!

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