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15.07.2014

15:56 Uhr

Neuausrichtung und Sparprogramm

BHF-Bank will nach Abspaltung durchstarten

Nach der Krise bei Sal. Oppenheim wurde sie an die Deutsche Bank angedockt, nun soll die BHF-Bank andere Wege gehen: Die neuen Besitzer setzen auf Beratung bei Börsengängen sowie Kapitalerhöhungen – und auf Stellenabbau.

Wo geht es lang? Die BHF-Bank sucht nach einer neuen Position am Markt. Reuters

Wo geht es lang? Die BHF-Bank sucht nach einer neuen Position am Markt.

FrankfurtDie BHF-Bank schaut nach der Trennung von der Deutschen Bank nach vorne und will vor allem im Kapitalmarktgeschäft angreifen. Die Nachfrage nach Beratungsleistungen rund um die Themen Börsengänge und Kapitalerhöhungen habe sich deutlich belebt, sagte BHF-Chef Björn Robens am Montagabend im Frankfurter Wirtschaftspresseclub ICFW. „Wir wollen jetzt die Chancen nutzen, die sich ergeben und werden dabei sehr unterstützt von unserem neuen Investorenkreis.“ Mit dem lukrativen Beratungsgeschäft ließen sich die Einnahmen aus der stabilen Vermögensverwaltung aufpolieren, erklärte Robens. Auf längere Sicht könne die BHF eine Rendite vor Steuern von zehn Prozent schaffen - umgerechnet etwa 50 Millionen Euro.

Die Frankfurter BHF gehörte seit der Beinahe-Pleite ihrer früheren Mutter Sal. Oppenheim zur Deutschen Bank. Diese bekam im Frühjahr nach langem Ringen mit der Finanzaufsicht Bafin schließlich grünes Licht, die BHF an den vom früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard („Lenny“) Fischer geführten Finanzinvestor RHJ zu verkaufen. Fischer will die BHF mit der britischen Kleinwort Benson verschmelzen und einen breit aufgestellten Finanzdienstleister schmieden. Das geht allerdings auch mit einem Stellenabbau einher, zu dem sich Fischer bislang bedeckt hält. Die BHF beschäftigte zuletzt noch gut 1000 Mitarbeiter, Kleinwort Benson gut 700.

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Reiche Privatkunden, Firmenkunden und Fondsgeschäft – darauf soll sich die BHF-Bank in Zukunft konzentrieren. Der neue Chef Fischer plant neben dem Umbau auch noch eine Übernahme. Dabei könnte es zum Stellenabbau kommen.

Robens wollte sich zum Sparkurs nicht äußern und erklärte lediglich: „Synergien werden geprüft.“ Der frühere Unternehmensberater bleibt an der BHF-Spitze an Bord. Er führe mit Fischer, der als eine Art „amerikanischer Chairman“ agiere und sehr präsent sei, einen offenen Dialog. Gleiches gelte für die diversen Co-Investoren, darunter BMW -Großaktionär Stefan Quandt. Sie alle seien sich einig, dass die BHF ihren guten Ruf bei Unternehmerfamilien mehr denn je für sich nutzen könne. Die enge Verknüpfung mit der Deutschen Bank habe in der Vergangenheit durchaus dazu geführt, dass man manche Kunden bei Kapitalmarktgeschäften oder in der Vermögensverwaltung eben gerade nicht bekommen habe, berichtete Robens.

Von dem langfristig angepeilten Gewinn von 50 Millionen Euro ist die BHF-Bank im Moment allerdings noch weit entfernt. 2013 erreichte das Institut nur die Nulllinie, vor allem weil im Steuerstreit mit den USA für die Schweizer Tochter rund zehn Millionen Euro zurückgestellt werden mussten. Auch die Umbaukosten schlagen nach wie vor durch, doch Robens betonte: „Wir operieren momentan profitabel und deutlich über dem, was wir uns vorgenommen haben.“

Für reiche Privatkunden verwaltet die BHF aktuell rund 40 Milliarden Euro. Das ist nach Robens Einschätzung die kritische Masse, aber durchaus ausbaufähig - irgendwann auch über Zusammenschlüsse mit anderen Privatbanken. Einige hätten schon angeklopft, berichtete der BHF-Chef. Die gesamte Branche stöhnt über schrumpfende Margen. Manche Häuser wie Berenberg haben deshalb frühzeitig das Beratungsgeschäft für Fusionen und Übernahmen (M&A) ausgebaut. Aber auch hier braucht man eine kritische Masse, wie die Frankfurter Konkurrentin Hauck & Aufhäuser festgestellt hat - sie hat sich aus diesem Segment nach wenigen Jahren schon wieder verabschiedet.

Von

rtr

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