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10.01.2010

19:44 Uhr

Neue Aktien

Kapitalerhöhung bei Unicredit läuft gut an

VonKatharina Kort

Bis zum Ende des Monats gibt die Unicredit weitere Aktien aus. Knapp vier Milliarden Euro soll die Kapitalerhöhung in die Kasse des italienischen Instituts spülen. Bei den Großaktionären kommt der Plan, auf Staatshilfe zu verzichten, gut an.

Die UniCredit verzichtet auf Staatshilfen. Quelle: ap

Die UniCredit verzichtet auf Staatshilfen.

MAILAND. Die vier Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung der Unicredit findet bei den Großaktionären guten Anklang. Verschiedene Aktionäre, darunter mehrere Sparkassenstiftungen und der libysche Staatsfonds werden sich an der Kapitalerhöhung der italienischen Bank beteiligen, die ab Montag gezeichnet werden kann.

Aktionäre von Unicredit können je 20 bestehende Anteilsscheine drei neue Aktien zum Preis von 1,589 Euro erwerben. Das entspricht einem Nachlass von rund 29 Prozent gegenüber dem Aktienkurs von Mitte der vergangenen Woche. Für jene Aktien, die am Ende der Zeichnungsfrist am 29. Januar ungezeichnet bleiben, hat sich bereits ein Konsortium von Banken verpflichtet, zu dem Bank of America, Credit Suisse, Goldman Sachs, Mediobanca, UBS, BNP Paribas, Nomura und Société Générale gehören.

Unicredit verzichtet auf Staatshilfe

Mit der Kapitalerhöhung will der Vorstandsvorsitzende Alessandro Profumo das Eigenkapital der Bank stärken, das im internationalen Vergleich auch aufgrund der vielen Staatshilfen in anderen Ländern zurückgefallen ist. Mit den vier Mrd. frischem Kapital verzichtet Unicredit auf Staatshilfen und wird die wichtige Kennzahl der Core-Tier-1 Eigenkapitalquote von zuletzt 7,55 Prozent auf 8,39 Prozent erhöhen.

Während die Analysten die Kapitalerhöhung insgesamt positiv bewerten, fällt das Urteil für den Aktienkurs der europäischen Großbank unterschiedlich aus. So haben die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel von 3,20 auf 3,10 Euro leicht gesenkt. Die Franzosen von Chevreux rechnen vor, dass die Kapitalerhöhung für den Gewinn pro Aktie eine Verwässerung von zehn Prozent mit sich bringt, bleiben aber bei der positiven Bewertung „Outperform“. Am optimistischsten ist JP Morgan, deren Analystin Francesca Tondi mit einem Aktienkurs von 3,25 Euro rechnet. Die Kapitalerhöhung sei „im Rahmen der Erwartung und der jüngsten vergleichbaren Operationen“, schreibt sie.

Wie Unicredit in dem Informationsprospekt zur Kapitalerhöhung mitteilt, haben die Großaktionäre Allianz, der Staatsfonds Lybian Investment Authority und Sparkassenstiftungen wie Carimonte und CRTrieste bereits zugesagt, an der Kapitalmaßnahme teilzunehmen. Am Montag traten zudem die Verwaltungsräte der Sparkassenstiftungen aus Verona, Cariverona, und Turin CRT zusammen. Das Ergebnis war zum Redaktionsschluss nicht bekannt. Für die Aktionäre ist es bereits die zweite Kapitalerhöhung, nachdem Unicredit 2009 das Kapital um sechs Mrd. Euro erhöht hat.

Wenig beeindruckt bleiben die Marktbeobachter davon, dass Unicredit laut Informationsprospekt „ihren Strategieplan erst dann aktualisieren wird, wenn die Markt- und makroökonomischen Bedingungen sich stabilisiert haben“. Unicredit hatte bereits im Oktober 2008 angekündigt, dass der ursprüngliche Strategieplan 2008/10 angesichts der Finanzkrise seine Gültigkeit verloren hat. In dem Prospekt zur Kapitalerhöhung bekräftigt die Bank, dass der Plan weiterhin nicht mehr gilt. Unicredit stellt im Prospekt auch klar, dass das vierte Quartal schlechter gelaufen ist als das dritte angesichts der Probleme in Griechenland, Spanien und Dubai.

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