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16.09.2015

15:09 Uhr

Neue Commerzbank-Werbung

Lena Kuske stichelt gegen die Konkurrenz

VonYasmin Osman

Die Commerzbank macht sich in einem neuen TV-Spot über die Werbe-Slogans anderer Banken lustig und präsentiert ihre Hamburger Filialleiterin dabei nicht nur in ungewohntem Look, sondern auch ungewohnt frech.

FrankfurtSeit nunmehr drei Jahren joggt Filialleiterin Lena Kuske im Auftrag der Commerzbank in den Werbespots ihres Arbeitgebers. Nun tritt sie dabei auch der Konkurrenz auf die Füße. In einem neuen Werbespot ist eine ganz neue Lena Kuske zu sehen: Stark geschminkt, mit Glitzersteinen behängt und kaum wiederzuerkennen, schwingt die Hamburger Filialleiterin vor der Kamera ihre Hüften und spult dabei die Werbeslogans der Konkurrenz herunter.
Von Deutscher Bank („Leistung aus Leidenschaft“) über ING Diba („Die Bank und Du“) bis hin zur Targobank („So geht Bank heute“) sind praktisch alle dabei. Danach schlüpft die sonst so nachdenkliche, reflektierte Kuske in ihr Jogging-Outfit - und wird ziemlich bissig. „In der Werbung kann man viel behaupten“, sagt sie. „Aber wie viele Banken haben offen über die Finanzkrise gesprochen? Die Fehler auch bei sich gesucht? Und ihr Verhalten auch tatsächlich geändert? Wir haben das getan.“

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Die Kulisse ist neu, aber der graue Kapuzenpulli und morgendliches Joggen gehören weiter zum Kampagnenkern: Seit dieser Woche wirbt die Filialleiterin wieder für ihren Arbeitgeber. Für die Bank geht die Rechnung auf.

Bislang hat sich die Commerzbank in ihrer Werbe-Kampagne etwas subtiler als geläuterter Musterknabe der Finanzwelt inszeniert, der der Konkurrenz nach erfolgter Besserung moralisch vorauseilt. Bei ihrem neuen Auftritt bläut Kuske diese Botschaft dem Zuschauer nun mit dem Holzhammer ein.
Ein so offener Seitenhieb auf Wettbewerber ist im Bankgewerbe nicht unbedingt üblich, wenn man einmal von dem Gespöttel der Sparkassen über die fiktive „08/15“-Bank absieht.

Nun steht ein bisschen Selbstreflexion jeder Bank gut zu Gesicht, die sich wie die Commerzbank für 18,2 Milliarden Euro vom Staat retten lassen muss. Gut, die Deutsche Bank schlägt sich mehr schlecht als recht mit ihrem Kulturwandel herum und ist daher ein dankbares Opfer für unvorteilhafte Vergleiche. Aber Konkurrenten wie die Direktbank ING Diba hatten vielleicht einfach weniger Anlass zur Buße.

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Dass der neue Kuske-Spot nun andere Banken zu einer Retour-Kutsche motiviert, wie derzeit zwischen Deutscher Telekom und 1&1 zu beobachten, zeichnet sich bislang nicht ab. Die Resonanz bei anderen Instituten fällt verhalten aus. „Es ist immer ein Zeichen höchster Wertschätzung, wenn man im Werbespot eines Wettbewerbers zitiert wird“, sagt ein Sprecher der ING Diba. Die Deutsche Bank hüllte sich zunächst in Schweigen.
Fast scheint es, als würden die anderen Banken einfach das tun wollen, was auch Kuske nach erfolgter Läuterung und einer Laufrunde vorhat: „Wir können uns heute wieder um das kümmern, worum es im Bankgeschäft gehen sollte: um unsere Kunden.“

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