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05.02.2015

12:15 Uhr

Neue Ermittlungen gegen UBS

US-Behörden nehmen Schweizer Bank ins Visier

Sie hatten zuletzt große Probleme mit der US-Strafverfolgung. Doch offenbar ist die Angelegenheit für die Schweizer Großbank UBS noch nicht ausgestanden: Diesmal interessiert die Behörden das Inhaberwertpapiergeschäft.

Die neuen Ermittlungen der US-Behörden bringen die Schweizer UBS unter Druck: Die Ermittler hatten sich zuletzt unnachgiebig gezeigt. Reuters

Kein Sicherer Hafen mehr für Steuergelder: Schweizer Großbanken.

Die neuen Ermittlungen der US-Behörden bringen die Schweizer UBS unter Druck: Die Ermittler hatten sich zuletzt unnachgiebig gezeigt.

Die amerikanische Justiz hat erneut die UBS Group AG ins Visier genommen, wie Bloomberg News von drei mit den Vorgängen vertrauten Personen erfuhr. Dabei geht es um den Vorwurf, dass die größte Schweizer Bank US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen haben soll. Dies soll mit Hilfe von Wertpapieren geschehen sein, die es den Besitzern ermöglichen, ihre Identität zu verbergen.

Die neuen Untersuchungen, die sechs Jahre nach einer Einigung in einem separaten Steuerhinterziehungs-Fall mit dem US-Justizministerium erfolgen, konzentrieren sich auf Inhaberwertpapiere. Diese können wie Barmittel eingesetzt werden, erläuterte eine der informierten Personen, die nicht namentlich genannt werden wollte.

Die Staatsanwaltschaft in Brooklyn unter Leitung von Loretta Lynch führt die Ermittlungen. Sie wird dabei durch einen Whistleblower unterstützt. Lynch ist als Nachfolgerin von US- Justizminister Eric Holder nominiert. Agenten des US- Bundeskriminalamts Federal Bureau of Investigation sollen ebenfalls an den Untersuchungen beteiligt sein, erklärte eine weitere Person.

Welche Finanzfirmen für US-Sanktionsverstöße büßen mussten

Verstoß kann teuer werden

Vor BNP Paribas hat die US-Justiz schon eine ganze Reihe an Finanzkonzernen wegen Verstößen gegen Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zur Kasse gebeten. Eine Übersicht.

Deutsche Börse (November 2013)

Die Deutsche Börse zahlt 152 Millionen Dollar, weil ihre Tochter Clearstream bei Wertpapierübertragungen eingefrorenes Geld illegalerweise in den Iran überwiesen haben soll.

Standard Chartered (2012)

Mehrere US-Behörden verdonnern die britische Bank Standard Chartered im Jahresverlauf zur Zahlung von insgesamt 667 Millionen Dollar wegen unerlaubter Geschäfte mit dem Iran.

ING (Juni 2012)

Der niederländische Finanzkonzern ING zahlt 619 Millionen Dollar wegen Geschäften mit Iran und Kuba.

RBS (Mai 2010)

Die Royal Bank of Scotland zahlt 500 Millionen Dollar für Geschäfte der übernommenen niederländischen ABN Amro mit dem Iran, Libyen, dem Sudan, Kuba und anderen sanktionierten Staaten.

Credit Suisse (Dezember 2009)

Die Schweizer Credit Suisse büßt mit 536 Millionen Dollar für Geschäfte mit dem Iran und anderen Staaten.

Lloyds (Januar 2009)

Die britische Bank Lloyds zahlt 350 Millionen Dollar wegen Verstößen gegen Iran- und Sudan-Sanktionen.

Die Schweiz galt lange Zeit als sicherer Hafen für Investoren aus aller Welt, aber auch als Zufluchtsort für Wohlhabende, die ihre Vermögenswerte schützen wollten. Die Vereinigten Staaten führen strafrechtliche Untersuchungen gegen ein Dutzend Schweizer Banken, weitere 100 bemühen sich darum, einer Strafverfolgung zu entgehen. Mehr als 52.000 Amerikaner haben mittlerweile freiwillig geheime Konten bei der US- Steuerbehörde angegeben.

Marsha Askins, eine New Yorker Sprecherin der UBS, Peter Carr vom US-Justizministerium, FBI-Sprecher Chris Sinos und William Muller von der Staatsanwaltschaft in Brooklyn wollten zu den Informationen nicht Stellung beziehen.

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