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17.05.2011

15:40 Uhr

Neue Ermittlungen

Staatsanwalt knüpft sich Wall-Street-Banken vor

Und wieder sind die Banken an der Wall Street ins Fadenkreuz der Justiz geraten. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt laut US-Medienberichten wieder gegen mehrere Bankhäuser.

Ein Straßenschild nahe der Zentrale von Morgan Stanley in New York. Quelle: Reuters

Ein Straßenschild nahe der Zentrale von Morgan Stanley in New York.

New York/Bangalore

In den USA ziehen die Ermittlungen gegen heimische Großbanken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte immer weitere Kreise. Die New Yorker Staatsanwaltschaft überprüfe gleich mehrere Geldhäuser, die faule Immobiliendarlehen in Wertpapiere gebündelt hätten, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Zuvor hatte die Online-Zeitung "Huffington Post" berichtet, das Wohnbauministerium habe fünf Banken Betrug nachgewiesen. Sie hätten Entschädigungen für Darlehen auf Immobilien verlangt, die unrechtmäßig zwangsversteigert worden seien. Der Untersuchungsbericht werde nun an das Finanzministerium weitergeleitet.

Damit geht der Streit über die Geschäftspraktiken der Banken auf dem amerikanischen Immobilienmarkt in eine neue Runde. Seit Monaten untersuchen die US-Behörden, ob die millionenfachen Zwangsversteigerungen von Häusern überschuldeter Familien rechtens waren und ob bei der Verbriefung von Hypothekenkrediten getrickst wurde, um Risiken zu verschleiern. Auch ausländische Banken geraten dabei zunehmend ins Visier der Ermittler, zuletzt wurde in den USA die Deutsche Bank verklagt.

Unter den US-Häusern sind es immer die selben Institute, die am Pranger stehen. So knöpft sich der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman nun Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs vor, wie das "Wall Street Journal" berichtete. Er habe bereits Unterlagen zu den umstrittenen Wertpapieren angefordert, Gespräche mit den zuständigen Bankmanagern folgten in Kürze. Von den Geldhäusern war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Auch von den Untersuchungen des Wohnbauministeriums ist die Bank of America laut "Huffington Post" betroffen, daneben JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citigroup sowie Ally Financial. Bei den Zwangsversteigerungen stellt sich für die Behörden schon seit längerem die Frage, ob es nicht über Jahre massive Fehler gegeben hat. Möglicherweise hätten überlastete Bankmitarbeiter die entsprechenden Dokumente roboterartig und ohne nähere Überprüfung unterzeichnet. Der nun abgeschlossene Untersuchungsbericht dürfte erheblichen Einfluss darauf haben, ob die Banken einen Vergleich durchsetzen können. Bank of America und Wells Fargo wollten keine Stellung nehmen. Vertreter der anderen Banken waren nicht zu erreichen.

Von

dpa

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