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10.04.2006

10:17 Uhr

Neue Genehmigung einholen

Deutsche Bank will weiter eigene Aktien kaufen

Die Deutsche Bank will sich auf der Hauptversammlung Anfang Juni den Rückkauf weiterer Aktien genehmigen lassen. Damit schließt das Institut nahtlos an ihre bisherige Firmenpolitik an.

HB FRANKFURT. Die Aktionäre sollten dem Vorschlag der Bank zustimmen, bis zum 31. Oktober 2007 das Recht für den Rückkauf von bis zu 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals zu erhalten, hieß es in der am Montag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung von Deutschlands größtem Geldhaus. Der Erwerb dürfe über die Börse oder über ein an alle Aktionäre gerichtetes Kaufangebot erfolgen. Die im vergangenen Jahr erteilte und bis Ende Oktober 2006 laufende Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien solle durch den neuen Beschluss abgelöst werden.

Seit Jahren kauft die Deutsche Bank eigene Aktien in Milliardenhöhe zurück und trimmt so ihre Rendite, verbessert aber auch ihre Kapitaleffizienz. Zudem schafft sich das Institut hierdurch die Möglichkeit, die Leistung von Mitarbeitern über Aktien zu honorieren. Im dritten Quartal 2005 hatte das Geldhaus das vierte Aktienrückkaufprogramm gestartet und in dessen Rahmen bis Jahresende gut 16,1 Mill. Anteilsscheine erworben; möglich ist der Kauf von bis zu 54,8 Mill. Papieren. Folglich hat das Geldhaus per Ende 2005 rund 30 Prozent der Ermächtigung ausgeschöpft.

Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, die Hauptversammlung solle kein neues Aktienrückkaufprogramm absegnen, sondern vielmehr der Bank ermöglichen, über den 31. Oktober 2006 hinaus eigene Anteilsscheine zu erwerben.

Wechsel im Aufsichtsrat

Wie es in der Einladung weiter heißt, legt mit dem Ablauf der Hauptversammlung Aufsichtsratsmitglied Albrecht Woeste, Oberhaupt der Familie Henkel, sein Mandat nieder. Der Banksprecher nannte hierfür Altersgründe. Nachfolger soll Maurice Levy, Chef der Pariser Werbegruppe Publicis, werden. Ebenfalls neu in das Kontrollgremium soll der bisherige Deutsche-Bank-Finanzchef Clemens Börsig einziehen und dort die Leitung übernehmen. Er tritt die Nachfolge von Rolf Breuer an, der vor gut einer Woche überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte. Hintergrund ist der seit Jahren schwelende Rechtsstreit zwischen der Bank und dem Medienunternehmer Leo Kirch. Letzterer wirft Breuer vor, ihn mit absichtlich geäußerten Zweifeln an seiner Kreditwürdigkeit in die Pleite getrieben zu haben.

In Medienberichten hieß es am Wochenende, Börsig solle wegen seines Wechsels in den Aufsichtsrat eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund 20 Mill. Euro erhalten. Diese Summe habe ihm aus seinem noch bis 2010 laufenden Vorstandsvertrag zugestanden. Der Sprecher des Instituts wollte dies nicht kommentieren.

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