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01.03.2013

22:23 Uhr

Neue Libor-Vorwürfe

Finanzbranche schaut auf Rechtsstreit mit Deutscher Bank

Ein bisher unspektakulärer Rechtsstreit könnte richtungsweisend werden: Eigentlich geht es um 150 Millionen nicht zurück gezahlte Dollar. Doch nun bringt eine der Parteien den Libor-Skandal ins Spiel.

Auch gegen die Deutsche Bank wird wegen des Libor-Skandals ermittelt. dapd

Auch gegen die Deutsche Bank wird wegen des Libor-Skandals ermittelt.

LondonDer indische Immobilienentwickler Unitech will die Vorwürfe um Manipulationen des Zinssatzes Libor in einen bereits laufenden Gerichtsstreit mit der Deutschen Bank einbringen. In der Finanzbranche wird das mit Spannung verfolgt, weil der Fall auch Auswirkungen auf andere in den Libor-Skandal verwickelte Banken wie Barclays, RBS und UBS haben könnte.

Eigentlich geht es im Streit Unitech/Deutsche Bank darum, ob Unitech zu Recht einen Kredit im Volumen von 150 Millionen Dollar mit einem daran angelehnten Zinstausch-Geschäft aus dem Jahr 2007 nicht zurückgezahlt hat. Unitech hatte bislang argumentiert, ein argloses Unternehmen zu sein, das von der Bank bei ein komplexes Finanzprodukt nicht richtig beraten wurde. Die Deutsche Bank hat diese Darstellung strikt zurückgewiesen und erklärt, Unitech sei einfach ein säumiger Schuldner.

Gerichtsdokumenten zufolge, die Reuters einsehen konnte, will Unitech seine Argumente jetzt erweitern. Das Kredit- und Zinstausch-Geschäft sei nichtig, da es an den Libor gekoppelt war, der wiederum manipuliert wurde, schrieb das Unternehmen in Papieren für eine Gerichts-Anhörung.

Unitech wäre das Geschäft nach Angaben seiner Anwälte nicht eingegangen, wenn es gewusst hätte, dass die Deutsche Bank eines der Geldhäuser war, die den Libor manipulierten. Ein britisches Gericht hat die Erweiterung der Argumente zwar abgelehnt. Unitech will den Punkt aber erneut vorbringen und dabei auf die Ablehnungsgründe des Richters eingehen. Der Fall kann sich hinziehen. Ein klassisches Verfahren dazu ist erst für Januar 2014 angesetzt.

Kommt die Kapitalerhöhung?

Aktie der Deutschen Bank stürzt ab

Die Deutsche Bank wird wohl 13 Milliarden Dollar an ihre US-Töchter überweisen müssen.

Der Libor soll anzeigen, zu welchen Sätzen sich Banken untereinander Geld leihen. Er fußt auf von außen kaum nachprüfbaren Angaben der Banken und ist Grundlage für billionenschwere Finanztransaktionen rund um den Globus.

Insgesamt sollen ihn mehr als ein Dutzend Großbanken über Jahre durch falsche Angaben manipuliert haben. Auch gegen die Deutsche Bank und große US-Institute wird ermittelt. Die Deutsche Bank hat wegen der Affäre sieben Mitarbeiter entlassen oder zumindest suspendiert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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pedrobergerac

02.03.2013, 15:51 Uhr

Von wem werden die USA eigentlich regiert? Die finanziellen Missstände

Unsere Welt ist in jeder Hinsicht bankrott: finanziell, wirtschaftlich, gesellschaftlich und moralisch. Der Grund für die globale Misere ist ein Finanzsystem, das auf jegliche Werte verzichtet, und „Geld“willkürlich und in beliebiger Menge in Druckerpressen oder per Tastendruck am Computer in elektronischer Form erzeugen kann, ohne dabei eine reale Leistung erbringen zu müssen. Der ehemalige Direktor der „Bank of England“ und zweitreichste Brite seiner Zeit, Sir Josiah Stamp, erklärte in einer Rede
anlässlich der Abschlussfeier an der University of Texas im Jahre 1927 vor etwa
150 Studenten selbstkritisch und in unmissverständlichen, klaren Worten die
Funktionsweise eines schuldenbasierten Weltfinanzsystems:

„….Das moderne Bankensystem erzeugt Geld aus dem Nichts. Dieser Prozess ist
vielleicht der erstaunlichste Taschenspielertrick, der jemals erfunden wurde.
Das moderne Finanzwesen wurde in Ungerechtigkeit gezeugt und in Sünde
geboren ... „

Die Bankiers besitzen die Erde. Wenn Sie ihnen diese wegnehmen, ihnen aber die Macht der Geldschöpfung lassen, dann werden sie mit einem Federstrich genug Geld schöpfen, um die Erde wieder zurückzukaufen.

Mazi

03.03.2013, 20:27 Uhr

Wer prüft und überwacht eigentlich die Banken und was wird überwacht?

Betrachtet man das Ganze von außen, stellt man fest, dass alles was unnütz ist überwacht, und das was wesentlich und bedeutungsvoll ist, nicht überwacht wurde.

Oberster Dienstherr BaFin ist der Bundesfinanzminister. Vor Schäuble war es der Peer.

Wer zuständig ist, ist auch verantwortlich. Dies sollte einmal jemand Herr Schäuble in Freundschaft mitteilen, damit er beim nächsten Untersuchungsausschuss sich nicht wieder für nicht verantwortlich erklärt.

Wenn hier nicht endlich durchgegriffen wird, stehen wir schon bald wieder vor der nächsten Krise!

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