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05.08.2011

11:38 Uhr

Neue Milliarden-Risiken

Europas Banken im Krisenmodus

VonPeter Köhler, Michael Maisch

Die europäischen Kreditinstitute müssen Abschreibungen aus der Schieflage Griechenlands verkraften. Da drohen durch Spanien und Italien die nächsten Belastungen.

Eine spanische Flagge mit Trauerflor: Staatsschulden ohne Ende? Quelle: ap

Eine spanische Flagge mit Trauerflor: Staatsschulden ohne Ende?

Frankfurt/LondonDie drastischen Kurseinbrüche für Staatsanleihen Italiens und Spaniens dürften die Bilanzen der europäischen Banken erneut belasten. "Die Schuldenkrise wird in den kommenden Monaten das beherrschende Thema für die Banken bleiben", sagte Stefan Best, Bankenexperte bei der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), dem Handelsblatt. Die meisten Institute hätten nennenswerte Bestände an italienischen und spanischen Wertpapieren, weil diese in der Vergangenheit relativ hoch verzinst wurden und gleichzeitig als sehr liquide gelten.

Dabei sind die Bestände der Kreditinstitute an Staatsanleihen der beiden großen Länder im Süden Europas deutlich höher als die Engagements in Griechenland. Bestände, die zu Marktpreisen bewertet werden, müssen entsprechend nach unten korrigiert werden. Allerdings warnen die Fachleute auch davor, die Lage zu negativ zu sehen, denn Länderratings und Wirtschaftskraft von Spanien und Italien seien weitaus besser als im Falle Griechenlands.

Einzelne Stimmen warnen indes vor einer drastischen Verschärfung der Lage: Ben Funnell vom Londoner Hedge-Fonds GLG schließt zum Beispiel eine neue Bankenkrise in Europa nicht aus. Sollte sich die Schuldenkrise noch einmal zuspitzen und sollten die europäischen Politiker nicht entschlossen handeln, kämen auf die Geldhäuser im Extremfall Abschreibungen von 700 bis 800 Milliarden Euro zu, sagt er. Das wäre ohne neue staatliche Hilfsprogramme und weitere Verstaatlichungen für die Branche kaum zu verkraften.

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