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05.04.2012

13:52 Uhr

Neue Rechtsform

Rothschilds schützen sich gegen feindliche Übernahmen

Die Rothschild-Familie will alle ihre Unternehmen und Sparten unter einem Dach vereinen. Dazu ändert die Finanzdynastie die Rechtsform ihrer Traditionsbank - wodurch feindliche Übernahmen de facto unmöglich werden.

Die Finanzdynastie Rothschild gehören auch Weingüter von Weltruf. Reuters

Die Finanzdynastie Rothschild gehören auch Weingüter von Weltruf.

ParisDie Finanzdynastie Rothschild will ihre Kontrolle über das jahrhundertealte Bankhaus ausbauen und damit dessen Unabhängigkeit sichern. Zudem wird die Gruppe nach Institutsangaben ihr Eigenkapital erheblich stärken, um sich für die schärferen Vorschriften (Basel III) zu rüsten. Die in Paris ansässige börsennotierte Holding Paris Orleans soll zur neuen Dachgesellschaft für die französischen und britischen Banksparten umgebaut werden, mit David de Rothschild an der Spitze.

Die bisherige Aktiengesellschaft bekommt eine neue Rechtsform, die feindliche Übernahmen de facto unmöglich macht. Die Börsennotiz bleibt. Auch andere französische Familienkonzerne wie Michelin oder Hermes haben sich für eine solche Rechtsform entschieden.

Die Wurzeln der Rothschild-Familie reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück - und zwar nach Frankfurt. Damals stieg Mayer Amschel Rothschild ins Finanzgeschäft ein. Die Rothschilds entwickelten sich später zu den führenden Bankiers in Europa. Heute spielt die Gruppe mit ihren 3000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern eine wichtige Rolle als Berater bei Fusionen und Börsengängen. Zudem ist sie in der Vermögensverwaltung und im Beteiligungsgeschäft aktiv, vergibt aber keine Kredite.

Auch Weinkennern ist der Name ein Begriff: Der Familie gehören bis zum heutigen Tag Weingüter von Weltruf. Die neue Gesellschaft soll nun alle Bankgeschäfte unter einem Dach vereinigen, wie die zu knapp 60 Prozent von den Rothschilds kontrollierte Holding Paris Orleans am Mittwochabend mitteilte. Hierzu sollen die Kleinaktionäre der Töchter, etwa der ansässigen Investmentbanksparte N.M. Rothschild & Sons, ausgekauft werden.

Zudem muss nach französischem Recht den Minderheitsgesellschaftern von Paris Orleans ein Übernahmeangebot unterbreitet werden - hier bietet die Gruppe einen Aufschlag von 4,2 Prozent auf den Schlusskurs von Mittwoch. Das betrifft auch den Münchener Versicherungsriesen Allianz, der an der Holding beteiligt ist. Nach Angaben von Paris Orleans will der Konzern aber seinen Anteil behalten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Uri125

06.04.2012, 03:18 Uhr

Ja, diese Familie ist schlauer als die Vorstände von Hochtief oder Mannesmann..

judha

10.04.2012, 23:35 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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