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24.02.2014

12:06 Uhr

Neue Regeln

Deutsche Bank reduziert US-Bilanz

Mit einem neuen Regelwerk zwingt die US-Notenbank die internationalen Großbanken, ihr Geschäft in den USA neu zu organisieren. Darum muss nun auch die Bilanzierung der Deutschen Bank umgestellt werden.

Die Deutsche Bank muss in den USA künftig anders bilanzieren. ap

Die Deutsche Bank muss in den USA künftig anders bilanzieren.

BangaloreDie Deutsche Bank plant wegen der neuen US-Regeln für Auslandsbanken einem Zeitungsbericht zufolge die Reduzierung ihrer dortigen Bilanz. Um die Bilanzsumme um ein Viertel auf 300 Milliarden Dollar zu senken, sollten verschiedene Geschäftsbereiche anderweitig angesiedelt werden, berichtete die „Financial Times“.

Dazu zählten etwa die Aktivitäten der Bank in Mexiko oder die in Frankfurt und Tokio ansässigen Repo-Geschäfte, die jedoch der Bilanz in den USA zugeschlagen werden. Diese könnten nun Europa oder Asien zugeordnet werden. Die Repo-Geschäfte in den USA, mit denen sich Banken gegenseitig finanzieren, könnten zudem deutlich zurückgefahren werden.

Internationale Großbanken müssen in den USA künftig erheblich verschärfte Kapitalvorschriften befolgen. Die US-Notenbank Federal Reserve verabschiedete vergangene Woche ein Regelwerk, das 15 bis 20 ausländische Institute zwingt, eigene Zwischenholdings in den USA zu gründen, in denen ihr Geschäft dort gebündelt ist.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Diese müssen eigenständig mit Eigenkapital und den nötigen Barmitteln ausgestattet werden. Die Deutsche Bank gab sich gelassen. Finanzchef Stefan Krause sagte der Zeitung, das Geldhaus werde die neuen Vorschriften erfüllen.

Im Kern der neuen Vorschriften werden die US-Tochterfirmen ausländischer Banken von den amerikanischen Regulierungsbehörden nun ähnlich behandelt wie einheimische Institute. So soll sichergestellt werden, dass im Falle einer neuerlichen Krise ein ausreichender finanzieller Puffer in den Vereinigten Staaten zur Verfügung steht. Bislang reichte es, wenn die im Ausland sitzende Konzernmutter genügend Kapital nachweisen konnte.

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