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22.08.2016

19:46 Uhr

Neue Regeln sorgen für mehr Fusionen

US-Banken werden immer größer

Nach der Pleite von Lehman Brothers galt: Es darf für „Too-Big-To-Fail“-Banken keine Staatsgelder geben. Dafür erließen die US-Aufseher Regeln zur strengeren Kontrolle. Doch das Gegenteil ist eingetreten.

Fusionen und Übernahmen von US-Banken sind im vergangenen Jahr auf rund 18 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Das ist das höchste Volumen seit 2009. dpa

Banken in den USA werden größer

Fusionen und Übernahmen von US-Banken sind im vergangenen Jahr auf rund 18 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Das ist das höchste Volumen seit 2009.

New YorkHier ist die Ironie: US-Aufseher, die Rettungsaktionen mit Staatsgeldern für so genannte „Too-Big-To-Fail“-Banken eigentlich verhindern wollen, haben so viele neue Regeln erlassen, dass regionale US-Finanzinstitute fusionieren, um die Kosten gemeinsam stemmen zu können. In der Folge werden die Banken größer.

Fusionen und Übernahmen von US-Banken sind im vergangenen Jahr auf rund 18 Milliarden Dollar nach oben geschossen. Das ist das höchste Volumen seit 2009. In diesem Jahr dürfte dieser Wert sogar noch übertreffen werden, wie Daten von Bloomberg nahelegen.

Diese Bankchefs verdienen am meisten

Platz 10

Stuart Gulliver, HSBC

Der CEO von HSBC landet im Ranking auf Platz 10. In den Jahren zuvor verdiente er sogar noch mehr.

2015: 11,2 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 12,6 Millionen Dollar

Platz 9

Sergio Ermotti, UBS

Der CEO der schweizerischen UBS verdiente 2015 deutlich mehr als in den Jahren davor und landet auf Platz 9.

2015: 14,9 Millionen Dollar

2014: 12,2 Millionen Dollar

2013: 11,6 Millionen Dollar

Platz 8

Brian Moynihan, Bank of America

Der Chairman, Präsident und CEO der Bank of America konnte nach einem Rückgang 2014 im vergangenen Jahr sein Gehalt wieder steigern.

2015: 16,4 Millionen Dollar

2014: 13,5 Millionen Dollar

2013: 14,5 Millionen Dollar

Platz 7

Michael Corbat, Citigroup

Auch der CEO der Citigroup konnte 2015 sein Gehalt steigern.

2015: 16,5 Millionen Dollar

2014: 12,6 Millionen Dollar

2013: 14,4 Millionen Dollar

Platz 6

John Stumpf, Wells Fargo

Der Chairman, Präsident und CEO von Wells Fargo verdiente in den vergangenen drei Jahren exakt die gleiche Summe.

2015: 19,3 Millionen Dollar

2014: 19,3 Millionen Dollar

2013: 19,3 Millionen Dollar

Platz 5

Tidjane Thiam, Credit Suisse

Der CEO der Credit Suisse hat erst im Juli 2015 bei der schweizerischen Bank als Chef begonnen. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ eingeschlossen.

2015: 21,1 Millionen Dollar

Patz 4

James Gorman, Morgan Stanley

Der Chairman und CEO von Morgan Stanley konnte sein Gehalt von 2014 im vergangenen Jahr nicht steigern.

2015: 21,2 Millionen Dollar

2014: 23,1 Millionen Dollar

2013: 18,2 Millionen Dollar

Platz 3

Bill Winters, Standard Chartered

Der CEO von Standard Chartered aus London hat erst 2015 seinen Posten angetreten. In seinem Gehalt ist ein „Replacement Award“ enthalten.

2015: 22,4 Millionen Dollar

Platz 2

Lloyd Blankfein, Goldman Sachs

Der Chairman und CEO von Goldman Sachs verdiente im vergangenen Jahr knapp eine Million Dollar weniger als 2014.

2015: 23,4 Millionen Dollar

2014: 24,3 Millionen Dollar

2013: 23,3 Millionen Dollar

Platz 1

Jamie Dimon, JP Morgan Chase

Der Chairman, Präsident und CEO von JP Morgan Chase verdiente im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten.

2015: 27,6 Millionen Dollar

2014: 20,2 Millionen Dollar

2013: 20,3 Millionen Dollar

Quelle: Financial Times

In neun der zehn größten Transaktionen, die 2016 abgeschlossen wurden, verweisen die Banken, die sich selbst zum Verkauf stellen, auf höhere aufsichtsrechtliche Belastungen als einen der Gründe. Das zeigen Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission. Die anhaltend niedrigen Zinsen und die damit einhergehende Gewinnerosion verschärfen den Druck.

„Es ist schwieriger für alle Banken, die Gewinne, die Erträge in diesem Umfeld, in dem wir tätig sind, zu erhöhen“, sagte Steve Steinour, Vorstandschef von Huntington Bancshares Inc., in der vergangenen Woche in einem Interview. Sein Unternehmen hatte zuvor die Übernahme von FirstMerit abgeschlossen. „Und noch mehr aufsichtsrechtliche Erwartungen und mehr Belastungen werden kommen, wenn man so will. Diese Faktoren werden mehr Fusionen auf absehbare Zeit beeinflussen.“

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Dennoch: Trotz der derzeitigen Zusammenschlüsse in der Branche werden wahrscheinlich keine Finanzgiganten entstehen – wie das noch bei der Fusionswelle in den 1990er Jahren der Fall war, die zur Schaffung globaler Titanen wie etwa Citigroup Inc. und Bank of America Corp. geführt hatte.

Das liegt zum einen daran, dass die Giganten einen riesigen Vorsprung haben – mit einer Bilanzsumme von deutlich mehr als 1 Billionen Dollar. Viele der kleinen Banken wollen zudem nicht die Grenzen von 10 Milliarden Dollar, von 50 Milliarden Dollar und von 250 Milliarden Dollar erreichen, die dann zusätzliche aufsichtsrechtliche Maßnahmen auslösen würden, die im Rahmen der Gesetzgebung nach der Finanzkrise festgeschrieben worden waren.

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