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22.08.2013

13:00 Uhr

Neue Strategie

HSBC Trinkaus will Deutscher Bank Firmenkunden abjagen

HSBC Trinkaus will das Geschäft mit Firmenkunden massiv ausbauen und führende Bank für international tätige Mittelständler werden. Damit macht es Wettbewerbern deutschen Mitbewerbern verstärkt Konkurrenz.

Der Mutterkonzern HSBC steht bereit, den Wachstumskurs der HSBC Trinkaus zu stützen. picture alliance / dpaPICTURE-ALLIANCE / DPA

Der Mutterkonzern HSBC steht bereit, den Wachstumskurs der HSBC Trinkaus zu stützen.

DüsseldorfHSBC Trinkaus will sein Geschäft mit Firmenkunden kräftig ausbauen und dafür im Kundenbestand von Wettbewerbern wie den Landesbanken oder der Deutschen Bank wildern. "Wir wollen mit mehr Produkten, mehr Mitarbeitern und mehr Risiko unser Universum verbreitern", kündigte Trinkaus-Chef Andreas Schmitz am Donnerstag in Düsseldorf an. Er gab ein ehrgeiziges Ziel aus: HSBC Trinkaus wolle in Deutschland die marktführende Stellung im internationalen Geschäft mit Mittelständlern erobern. Dazu wolle das Geldhaus künftig auch kleinere Unternehmen als bisher ins Ausland begleiten und ins Geschäft mit Private-Equity-Häusern einsteigen.

HSBC Trinkaus steht mit dieser Strategie nicht allein da, auch andere Banken drängen ins Firmenkundengeschäft. HSBC Trinkaus habe mit dem Mutterkonzern HSBC Europas größte Bank im Rücken und könne damit auch mehr Risiken übernehmen. Denn HSBC stehe bereit, den Wachstumskurs und die Kapitaldecke zu stützen. "Falls wir eine Kapitalerhöhung brauchen, würden wir eine bekommen", betonte Schmitz.

HSBC Trinkaus verfüge damit über Spielräume zur Ausweitung des Geschäfts, die andere Institute nicht hätten. Derzeit stehe eine Kapitalerhöhung aber nicht an, HSBC Trinkaus habe "genug Wasser unter dem Kiel". Die Kernkapitalquote lag im Halbjahr bei über zwölf Prozent. HSBC selbst hatte im Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 14 Milliarden Dollar ausgewiesen und will in Asien weiter wachsen. HSBC Trinkaus steigerte von Januar bis Juni den Überschuss um 9,1 Prozent auf 88,5 Millionen Euro.

"Wir wollen unsere Kundenbasis fast verdoppeln", kündigte Schmitz an. Ein entscheidender Vorteil sei dabei die enge Verbindung zur Konzernmutter, denn mit Hilfe von HSBC könne HSBC Trinkaus deutsche Mittelständler in die Wachstumsmärkte Asiens und Lateinamerikas begleiten. Das Netz von HSBC sei dort deutlich enger geknüpft als etwa das der Deutschen Bank, viele Landesbanken hätte sich zudem aus Asien zurückgezogen: "Die Deutsche Bank kann in Asien und Lateinamerika nicht so agieren wie wir das können." Zudem werde HSBC Trinkaus vom Mittelstand - anders als etwa Konkurrent BNP Paribas - als deutsche Bank wahrgenommen. Und das Auslandsgeschäft mit Firmen sei "hochprofitabel".

In Deutschland wolle HSBC Trinkaus mit neuen Niederlassungen Mittelständler anlocken - unter anderem in Hannover oder Nürnberg könnten Büros öffnen. Anklopfen können nun auch Firmen, die bislang als zu klein galten. Mittelständler mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro rückten nun in den Fokus, sagte Schmitz. Bislang galt eine Untergrenze von rund 250 Millionen Euro. Dazu braucht HSBC Trinkaus auch mehr Mitarbeiter: Bis zu 20 Prozent mehr als die derzeit rund 2500 Beschäftigten könnten künftig für die Bank arbeiten, stellte Schmitz in Aussicht. Die Hälfte der neuen Stellen soll in Düsseldorf entstehen.

Zu möglichen Zukäufen sagte Schmitz, das Firmenkunden-Portfolio des Wettbewerbers IKB wäre "mehr als einen Blick wert". Den "Überbau" wolle HSBC Trinkaus aber nicht: Das Geldhaus brauche etwa die Marke IKB, deren Verwaltung und Gebäude nicht. Die IKB wollte sich dazu nicht äußern. Schmitz hatte auch in der Vergangenheit nach Zukäufen Ausschau gehalten. Beim Firmenkundengeschäft der nun zerschlagenen WestLB war HSBC Trinkaus nicht zum Zuge gekommen.

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