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16.03.2013

17:29 Uhr

Neue Stresstests

IWF sorgt sich erneut um Europas Banken

VonRolf Benders

Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet neuerliche Probleme am EU-Bankenmarkt. Immobilienmarktblasen und Reformmüdigkeit in einigen Ländern könnten zur Gefahr werden, warnt die mächtige Finanzorganisation.

Frankfurter Skyline: Der IWF fürchtet neuerliche Probleme am Bankenmarkt. dpa

Frankfurter Skyline: Der IWF fürchtet neuerliche Probleme am Bankenmarkt.

New YorkEuropa braucht eine neue Runde von Stresstests für seine Banken. Das jedenfalls empfiehlt der Internationale Währungsfonds (IWF), nachdem er das EU-Finanzsystem erstmals in einer Studie in seiner Gesamtheit analysiert hat.

Seit Ausbruch der Finanzkrise sei zwar bereits sehr viel zur Verbesserung der Kapitalausstattung der Banken geschehen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht. „Um den Prozess wieder zu verstärken, sollten die nationalen Aufsichtsbehörden unter Führung der EU eine Untersuchung ausgewählter Teile der Banken unternehmen“, heißt es weiter. Gleichzeitig warnt der Bericht davor, dass ein Platzen von Immobilienblasen in besten Ländern die Banken in Probleme bringen könnte.

Die größten Investmentbanken in Europa 2012

Platz 10

Den zehnten Platz im Geschäft mit Unternehmenskäufen und Zusammenschlüssen in Europa errang 2012 das Finanzhaus Lazard. Die Institut betreute Transaktionen im Wert von 129,4 Milliarden Dollar.

Quelle: Mergermarket

Platz 9

Die Credit Suisse betreute Fusionen und Übernahmen im Wert von 172,4 Milliarden Euro.

Platz 8

Die Bank Rothschild betreute 2012 Fusionen und Übernahmen im Volumen von 183,8 Milliarden Dollar.

Platz 7

Die US-Bank JP Morgan erreichte 2012 in Europa ein Transaktionsvolumen von 197,2 Milliarden Dollar.

Platz 6

Bank of America Merrill Lynch wies Deals über 200,5 Milliarden Dollar auf.

Platz 5

Die Citigroup betreute Transaktionen in Höhe von 206,4 Milliarden Dollar.

Platz 4

Die britische Bank Barclays war 2012 europaweit an Deals über 261,7 Milliarden Dollar beteiligt.

Rang 3

Den dritten Platz bei Übernahmen und Fusionen erlangte 2012 die Deutsche Bank mit 264,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Die US-Großbank Goldman Sachs erreicht 2012 in Europa ein Deal-Volumen von 295,1 Milliarden Dollar.

Platz 1

Den Spitzenplatz im Geschäft mit Fusionen und Übernahme in Europa erlangte 2012 die US-Bank Morgan Stanley mit 297,1 Milliarden Dollar.

Mit anderen Worten: Der IWF hat Sorge, dass bestimmte Portfolien in den Büchern der Banken gegen einen Kollaps der Immobilienpreise nicht ausreichend mit Kapital abgesichert sind. In Spanien etwa hatte ein Zusammenbruch der Häuserpreise in den vergangenen Jahren das gesamte Bankensystem an den Rande des Zusammenbruchs gebracht und indirekt auch die Finanzsysteme der anderen EU-Länder vor Probleme gestellt.

Der Bericht nennt weder Ländernamen noch Banken. Aber zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, der niederländische Immobilienmarkt stehe vor einer heftigen Korrektur oder die Häuserpreise in einigen Teilen Deutschlands seien ungesund weit gestiegen.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

Die EU und die nationalen Aufsichtsbehörden hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Stresstests durchgeführt, in denen sie die Widerstandskraft der Banken der Währungszone überprüfte. Eine Reihe von Banken musste sich daraufhin frisches Kapital beschaffen. Offenbar waren diese Stresstests aus Sicht des IWF nicht gründlich genug oder haben durch eine Änderung der Rahmenbedingungen ihren Wert teilweise verloren.

Kommentare (11)

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Frank3

15.03.2013, 18:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

15.03.2013, 18:25 Uhr

Die spinnen ... wieder Fäden.
Basel I bis III ist noch nicht geschafft und nun noch einen oben drauf. Wie lange sollen denn die Unternehmer noch warten? Ist Geldvergabe nach kaufmännischen Gesichtspunkten nicht eigentlich das Thema?
Die Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit, die von der EU bereit gestellt wurden, ist das nicht eine Aufgabe der Banken hier zu sehen das diese auch gut und mehrwertfähig unters Volk gebracht werden?
Nicht zu fassen, die Banken verkaufen lieber Versicherungen, die Staaten verkaufen lieber ihre Bürger, und der IWF, ja die haben Sorgen.

Frank3

15.03.2013, 18:58 Uhr

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