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05.11.2012

14:03 Uhr

Neue Struktur

UBS renoviert ihr Investment-Banking

Die UBS plant Einsparungen im Milliardenbereich. Um das zu erreichen, spaltet die Schweizer Großbank unter anderem ihr Investment-Banking in zwei Teile auf. Die strategische Debatte sei damit erledigt, so Chef Orcel.

Bürogebäude der Schweizer UBS im Finanzviertel Londons. Reuters

Bürogebäude der Schweizer UBS im Finanzviertel Londons.

ZürichDie vor einer Woche angekündigten Umbaupläne im Investmentbanking der UBS nehmen Gestalt an. Die Sparte, die mehrere tausend Arbeitsplätze abbauen und ihre Bilanzrisiken um einen zweistelligen Milliardenbetrag verkleinern soll, wird in zwei Teile aufgespalten und auf die Unterstützung der Vermögensverwaltung sowie auf institutionelle Kunden und Firmenkunden ausgerichtet.

"Mit dieser Ankündigung beenden wir die strategische Debatte", schrieb Andrea Orcel, der Chef der Investment Bank, in einem Brief an die Mitarbeiter, der Reuters am Montag vorlag. "Die Richtung ist nun klar". Es komme nicht auf die Größe der Bilanz, sondern auf den Mehrwert für die Kunden an.

Seit der vergangenen Woche ist bekannt, dass UBS den Handel auf eigene Rechnung mit Anleihen und anderen Zinsprodukten einstellen und vorhandene Handelspositionen schrittweise abwickeln wird. Die ersten Mitarbeiter wurden bereits freigestellt. Im ganzen Konzern soll die Belegschaft bis 2015 um 10.000 auf 54.000 reduziert werden.

Unter der Bezeichnung Investor Client Services liegt der Geschäftsschwerpunkt des größeren Teilbereichs der Investment Bank bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen und der Vermögensverwaltung für Reiche und Superreiche. Dort wickelt die Bank für ihre Kunden gegen Kommissionen den Handel mit Aktien, Devisen und Edelmetallen und anderen Wertpapieren ab.

Chef des Bereichs Aktien wird Mike Steward. Der Devisen- und Edelmetallbereich wird von Chris Vogelsang und George Athanasopoulos geleitet. Der Bereich Rates&Credit liegt bei Chris Murhpy. Investor Client Services soll zwei Drittel der Spartenerträge generieren und über etwa 85 Prozent des der Investment Bank zugeteilten Eigenkapitals verfügen.

Kommentar: Schweizer Vorreiter

Kommentar

Schweizer Vorreiter

Die UBS baut ihr Geschäft grundlegend um und überrascht damit die Beobachter. Die Schweizer Großbank verabschiedet sich von dem Traum, im Investment-Banking mit den großen Spielern mithalten zu können.

Die kleinere Teilsparte Corporate Client Solutions konzentriert sich auf Dienstleistungen für Unternehmenskunden und Finanzinstitute. Dort geht es um Beratung bei Fusionen und Übernahmen wie auch um Börsengänge und die Emission von Anleihen. Um Kundennähe zu gewährleisten, werden drei Geschäftsregionen gebildet, die von David Soanes in Europa (EMEA), Steve Cummings in Amerika und Matthew Grounds in Asien geleitet werden. Rajeev Misra übernimmt die Abteilung Financing Solutions.

Die Pläne der Bank seien positiv zu werten, erklärte die Ratingagentur Moody's am Montag. Das gelte vor allem im Hinblick auf die UBS-Anleihen. Wegen der Umsetzungsrisiken und der Kosten sei der Ausblick aber auch mit Fragezeichen zu versehen. Moody's stuft UBS mit A2/stabil ein.

Von

rtr

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