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30.04.2012

15:32 Uhr

Neue Tochter

Raiffeisen Bank International zahlt weniger für Polbank

Die Raiffeisen Bank International ist bei Polbank am Ziel: Für 70 Prozent an der neuen Tochter zahlen die Österreicher 460 Millionen Euro. Das ist weniger als geplant. Die Gründe für den Nachlass sind unbekannt.

Mit der Übernahme steigt Raiffeisen zur sechstgrößten Bank in Polen auf. AFP

Mit der Übernahme steigt Raiffeisen zur sechstgrößten Bank in Polen auf.

WienDie Raiffeisen Bank International muss für ihre neue Tochter Polbank nicht so tief in die Tasche greifen wie gedacht. Die Österreicher bezahlen für 70 Prozent an dem polnischen Institut 460 Millionen Euro statt der ursprünglich vereinbarten 490 Millionen Euro. Abhängig von der Eigenkapitalentwicklung der Polbank bekäme die RBI einen weiteren Preisnachlass von 30 Millionen, wie die RBI am Montag mitteilte.

Der endgültige Preis dürfte somit letzlich bei rund 430 Millionen Euro liegen. Nähere Gründe für den Nachlass nannte die RBI nicht. Mit der Übernahme steigt Raiffeisen zur sechstgrößten Bank in Polen auf. An der Börse kam die Nachricht gut an: Die RBI-Aktie legte rund ein Prozent zu.

Das österreichische Institut könnte schon bald alleiniger Eigentümer der neuen Tochter sein: Die Verkäuferin EFG Eurobank habe angekündigt, demnächst durch eine Option auch die verbleibenden 30 Prozent für mindestens 175 Millionen Euro an RBI verkaufen zu wollen - vorausgesetzt, die EU-Wettbewerbshüter genehmigen die Komplettübernahme.

RBI-Chef Herbert Stepic verspricht sich durch den Zukauf „eine starke Basis für ein breit diversifiziertes Geschäft in einer der solidesten und am stärksten wachsenden Volkswirtschaften in Zentral- und Osteuropa.“ Die RBI musste lange auf grünes Licht für den Zukauf warten. Erst Mitte April hatte auch die polnische Wettbewerbsbehörde ihr Einverständnis gegeben.

Im Gegenzug sicherte Raiffeisen zu, ab Juni 2016 mindestens 15 Prozent der neuen Tochter, die mit dem bestehenden polnischen Raiffeisen-Geschäft fusioniert wird, an der Börse in Warschau zu listen. Zwei Jahre darauf soll auch die RBI-Aktie selbst nicht mehr nur in Wien, sondern auch in Warschau notieren.

Die auf Privatkunden und kleinere Betriebe spezialisierte Polbank soll künftig „Raiffeisen Polbank“ heißen und ab 1. Mai im Zahlenwerk der RBI enthalten sein. Durch sie verdreifacht sich die Zahl der Raiffeisen-Kunden in Polen nahezu. Erste Geschäftszahlen will die Bank mit dem Halbjahresergebnis am 29. August veröffentlichen.

Von

rtr

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