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15.01.2015

14:14 Uhr

Neue Vorwürfe im Devisenskandal

Banken feuern weitere Händler

US-Behörden sind einem Medienbericht zufolge im Devisenskandal auf neue Verdachtsfälle gestoßen. Die US-Banken JPMorgan und Citigroup haben daraufhin offenbar weitere Händler suspendiert oder entlassen.

JPMorgan beurlaubte laut „Wall Street Journal“ einen Händler in London. Reuters

JPMorgan beurlaubte laut „Wall Street Journal“ einen Händler in London.

New YorkDer Skandal um manipulierte Devisenkurse zieht einem Pressebericht zufolge weitere Kreise. US-Behörden seien auf neue Verdachtsfälle gestoßen, schreibt das „Wall Street Journal“ (Donnerstag) unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Informanten. Die Ermittler des Justizministeriums prüfen demnach, ob auch Hedgefonds in die Betrügereien involviert waren und Insidervergehen vorliegen. Die Finanzfirmen sollen von Bankhändlern vorab über größere Transaktionen informiert worden sein. Wegen der neuen Ermittlungserkenntnisse hätten die US-Banken JPMorgan und Citigroup weitere Händler suspendiert oder entlassen.

Im vergangenen November hatten britische und amerikanische Behörden bereits Strafzahlungen von 4,3 Milliarden US-Dollar gegen sechs internationale Großbanken verhängt. Die Institute – Bank of America, Citigroup, HSBC, JPMorgan, RBS und UBS – mussten zu dem Zeitpunkt schon einräumen, dass es Manipulationsversuche gab. Banker sprachen sich ähnlich wie beim Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze in verbotener Weise ab, um eigene Geschäft zu fördern.

Doch das war kein Schlussstrich unter die Ermittlungen, die das US-Justizministerium breiter angelegt hat. Die Ermittler prüfen dabei auch den Verdacht auf sogenanntes „Spoofing“, bei dem Händler Konkurrenten und Kunden mit gezielten Falschinformationen hinters Licht geführt haben sollen. Zudem gibt es nun auch den Verdacht, dass bei der Schweizer Großbank UBS auch die Vermögensverwaltung in die unsauberen Devisengeschäfte verwickelt war. Bislang richtete sich der Verdacht nur gegen Investmentbanker. Die Banken äußerten sich in der Zeitung nicht zu den Vorwürfen.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Wegen der neuen Erkenntnisse beurlaubte JPMorgan der Zeitung zufolge einen Händler in London. Er war dafür zuständig, große Volumina der an Großbritannien ausgezahlten EU-Agrarsubventionen von Euro in Pfund zu tauschen. Er soll Details seiner Transaktionen Händlern anderer Banken zur Verfügung gestellt haben.

Von

dpa

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