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11.04.2016

12:51 Uhr

Neuer Banken-Präsident

Banken sind sich keiner Schuld bewusst

VonFrank Matthias Drost

Heute tritt der neue Präsident des Bankenverbands an. Hans-Walter Peters ist Chef der Berenberg Bank, repräsentiert auch Großbanken wie die Deutsche. Ein starker Start sieht anders aus, vor allem wegen der Panama-Affäre.

Der Bundesverband deutscher Banken spricht für die großen Geldhäuser sowie Privatbanken – nicht für Sparkassen oder Volksbanken. dpa

Frankfurter Skyline

Der Bundesverband deutscher Banken spricht für die großen Geldhäuser sowie Privatbanken – nicht für Sparkassen oder Volksbanken.

BerlinEs ist kein gelungener Start für den neuen Bankenverbandspräsidenten Hans-Walter Peters. Der persönlich haftende Gesellschafter der Berenberg Bank, der am heutigen Montag den Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, an der Spitze des Verbands ablöst, ist durch die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers schon vor der Amtsübernahme unter Druck geraten. Denn auch die traditionsreiche Privatbank soll bei der Vermittlung von Briefkastenfirmen behilflich gewesen sein.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz gingen Peters und Fitschen jedoch in die Offensive. „Es macht keinen Sinn für Banken, sich bei der möglichen Steuerhinterziehung ihrer Kunden zu beteiligen. Wer sich daran beteiligt, dem ist nicht zu helfen. Der gehört nicht zu uns“, sagte Fitschen bei der Pressekonferenz zur Amtsübergabe am Montag.

Ist Hans-Walter Peters der richtige Chef für den Bankenverband?

„Steuerhinterziehung und Geldwäsche sind für uns nicht tragbar“,  ergänzte Peters. Wenn der Bank Informationen darüber vorlägen, würde die Bank Anzeige erstatten. In letzter Konsequenz würde die Geschäftsbeziehung mit dem Kunden beendet. Allerdings wolle man den Kunden nicht vorschreiben, was sie tun sollen.

Wenn jemand in Panama ein Konto eröffnen möchte, sei das sein gutes Recht, so Fitschen. Aber dann müssten die Banken ihre Hausaufgaben machen und prüfen, wer der wirtschaftlich Berechtigte sei und ob es sich um versteuertes Geld handele.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben mindestens 28 deutsche Banken die Dienste der panamaischen Wirtschaftskanzlei Mossack Fonseca genutzt und dabei mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegründet oder verwaltet. Diese Daten wurden der Zeitung zugespielt. Laut diesen Panama-Papieren hat die Deutsche Bank 426  Briefkastenfirmen bereitgestellt, bei der Berenberg Bank sind es 13 Briefkastenfirmen und 76 Offshore-Konten.

Die größten Banken Deutschlands

Platz 10

Helaba

Bilanzsumme: 151 Milliarden Euro

(Stand, wenn nicht anders angegeben: 31.12.2014)

Platz 9

Postbank

Bilanzsumme: 155 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 198 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 232 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 266 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 300 Milliarden Euro

Platz 4

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 489 Milliarden Euro

Platz 3

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: rund 500 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren werden.

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 564 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.700 Milliarden Euro

Die Problematik möglicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche sei nicht neu betonte Fitschen. Dabei verwies der Manager auf die 25.000 Verdachtsanzeigen wegen Geldwäsche, die die Banken 2014 auf den Weg gebracht haben. Das sei eine Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2012.

Kommentare (5)

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11.04.2016, 13:06 Uhr

Wenn ein Sündenbock gesucht wird, sind die Banken immer als erstes schuld. Typischer Reflex des Pöbels.

Herr Hans Mayer

11.04.2016, 13:16 Uhr

Die Banken sind immer ganz vorne mit dabei, egal wo und welche Sauerei gerade abläuft, Das der Bankernpöbel das reflexartig abstreiten wird ist nicht anderes zu erwarten.

Herr Peter Noack

11.04.2016, 13:52 Uhr

Wer sollte denn von den Banken in Deutschland erwarten, dass sie sich in allen Punkten der Anklage schuldig bekennen?

Wer soll das vom Präsidenten des deutschen Bankenverbandes erwarten? Soll er persönlich haften, wie die Deutscvhe Bank gegenüber Leo Kirch, weil der Vorstandsvorsitzende den Mund zu voll nahm?
Die Verfehlungen müssen von deutschen Gerichten bewiesen und bestraft werden. Bis dahin gilt die Unschuldsklausel.
Schuldbewusstsein zählt nicht zum Wortschatz deutscher Banken und Verbandspräsidenten.

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