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11.09.2011

14:47 Uhr

Neuer Skandal

HSH Nordbank ließ Journalisten überwachen

Die HSH Nordbank steht wieder einmal im Zwielicht: Eine umstrittene Sicherheitsfirma soll im Auftrag der Bank im Jahr 2009 Journalisten überwacht haben. Ziel der Aktion war es, ein Informationsleck zu ermitteln.

Ex-HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher vor Untersuchungsausschuss: Dass die HSH Nordbank ein eher kritisches Verhältnis zu Journalisten hatte, ist bereits bekannt. Doch offenbar ließ die Bank über Monate auch Redaktionen überwachen. dpa

Ex-HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher vor Untersuchungsausschuss: Dass die HSH Nordbank ein eher kritisches Verhältnis zu Journalisten hatte, ist bereits bekannt. Doch offenbar ließ die Bank über Monate auch Redaktionen überwachen.

HamburgDie HSH Nordbank hat die umstrittene Sicherheitsfirma Prevent einem „Spiegel“-Bericht zufolge auf Journalisten angesetzt. Das geht aus einer Untersuchung hervor, aus der das Magazin zitiert. Ein Sprecher der HSH Nordbank bestätigte am Sonntag die Existenz des Papiers. „Die Vorkommnisse im Zusammenhang mit Prevent sind sehr bedauerlich“, sagte er.

Laut „Spiegel“ beauftragte unter anderem der im März entlassene Chefjustiziar Wolfgang Gößmann Prevent im Januar 2009, in Medienkreisen zu ermitteln, wie vertrauliche Informationen aus der Bank an Journalisten gelangen konnten. Prevent habe Redaktionen deutscher Zeitungen überwacht und in der deutschen Presseszene ermittelt. Die Aktion unter dem Codenamen „Haubarg“ habe von Februar bis November 2009 gedauert und mehr als 640.000 Euro gekostet, heißt es im „Spiegel“ weiter unter Berufung auf das Papier.

Gößmann ließ in dem Magazin alle Vorwürfe zurückweisen. Er habe von illegalen Aktionen nichts gewusst und sie schon gar nicht unterstützt. Prevent habe ausschließlich den Kontakt zu Journalisten suchen und durch Gespräche herausfinden sollen, von wem geheimhaltungspflichtige Informationen aus der HSH Nordbank herausgegeben wurden.

Es sei unbefriedigend, dass einige Fragen bis heute ungeklärt geblieben seien, sagte der Bank-Sprecher. Ein Grund sei, dass viele Handlungen in diesem Zusammenhang außerhalb der Bank und ihres Zugriffs geschehen seien. Um weitere Klarheit zu bekommen, sei sie darauf angewiesen, dass die Staatsanwaltschaft mehr Licht ins Dunkel bringe.

Von

dpa

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