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22.01.2007

22:15 Uhr

Neujahrsempfang

Deutsche Börse verspricht neuen Aufbruch

Die Deutsche Börse geht trotz gescheiterter Fusionsprojekte in der jüngsten Vergangenheit kämpferisch ins neue Jahr. „Wir werden unseren Aktionären zeigen, dass unser Unternehmen viele Alternativen und weiterhin eine große Zukunft in den globalen Märken hat“, sagte Aufsichtsratschef Kurt Viermetz am Montag auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Deutschen Börse.

ben FRANKFURT. 2006 hatte der Konzern vergeblich versucht, die aus Paris geführte Vierländerbörse Euronext von einer Fusion zu überzeugen. Das Euronext-Management entschied sich aber für das Angebot der New Yorker Börse (Nyse). Da die Börse London (LSE) mittlerweile faktisch von der US-Technologiebörse Nasdaq kontrolliert wird, werden mögliche Partner sinnvoller Größe langsam rar. Kritiker werfen Viermetz und Vorstandschef Reto Francioni vor, den Konzern in die Isolation zu führen und auch technologisch die Marktführerschaft verloren zu haben. Es fehle der Börse an „Visionen und innovativen Ideen“, schrieb Volker Potthoff, ehemaliges Vorstandsmitglied der Börse zuletzt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Dem hält die Börsenführung die herausragende wirtschaftliche Situation des Konzerns entgegen. So verspricht Francioni, dieses Jahr das zu erwartende Rekordergebnis aus 2006 zu überbieten. „Wir sind voller Zuversicht, dass wir 2007 das Erreichte nochmals übertreffen können“, sagte Francioni gestern.

Die Börse profitiert derzeit von der Hausse an den Aktienmärkten und der steigenden Nachfrage nach Derivaten. Beides führt zu wachsenden Handelsumsätzen und damit zu deutlich zunehmenden Einnahmen. Da dem Umsatzwachstum kaum Kostensteigerungen entgegenstehen – die elektronischen Handelssysteme verursachen unabhängig von den Handelsaktivitäten der Börsianer nahezu die gleichen Kosten – steigen die Gewinne der Börse überproportional. So verdiente der Konzern in den ersten neun Monaten 2006 an jedem umgesetzten Euro 38 Cent, im Vorjahreszeitraum 2006 waren es 27 Cent. Zum Vergleich: Im Lebensmitteleinzelhandel liegt dieser Wert bei höchstens drei Prozent.

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