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20.02.2012

12:15 Uhr

Neunmonatszahlen

IKB häuft fast eine halbe Milliarde Euro Verlust an

VonYasmin Osman, Tino Andresen

Ausgerechnet am Rosenmontag, an dem im Rheinland Ausnahmezustand herrscht, hat die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen präsentiert. Ihr Verlust hat sich fast verdreifacht.

Weit von der Gewinnzone entfernt: IKB-Chef Hans Jörg Schüttler. ap

Weit von der Gewinnzone entfernt: IKB-Chef Hans Jörg Schüttler.

DüsseldorfAuf eines ist in Städten wie Düsseldorf, Köln oder Bonn ja normalerweise Verlass: Zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag wird, wenn überhaupt, dann bestenfalls auf Sparflamme gearbeitet. Umso unpassender oder sagen wir mal „unrheinisch“ wirkt es da, dass die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB ihre Neunmonatszahlen ausgerechnet am heutigen Rosenmontag veröffentlicht hat.

Denn während bei der IKB auch am Rosenmontag geschuftet wird, scheinen die Büros der in Bonn residierenden Aufsichtsbehörde Bafin deutlich leerer zu sein als sonst üblich. So deuten wir jedenfalls die Reaktion der Finanzaufsicht auf eine Presseanfrage, die unvorsichtigerweise vormittags am Weiberfastnacht-Donnerstag eingereicht wurde. Ob die Beantwortung auch bis Dienstag noch Zeit habe, hieß es. „In den nächsten Tagen wird es etwas schwierig, die passenden Ansprechpartner hier im Haus zu finden.“

Auch der Bafin dürften die Zahlen jedenfalls nicht gefallen, welche die IKB nun vorgelegt hat: ein Verlust von 431 Millionen Euro von April bis Dezember - fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor, als er sich auf 155 Millionen Euro belief. Die roten Zahlen wurden laut dem Institut vor allem durch hohe Abschreibungen verursacht. Die IKB bilanziert große Teile ihres Anleiheportfolios immer zum aktuellen Marktwert. Das heißt, dass Kursverluste die Erträge belasten, Kursgewinne wiederum zu Buchungsgewinnen führen. Im vierten Quartal ging es wegen der Staatsschuldenkrise abwärts.

Ohne Sonderfaktoren habe sich der bereinigte Konzernfehlbetrag von 143 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro verringert, so das Institut. Bereits im November hatte der Vorstand angekündigt, dass die Bank später als ursprünglich geplant wieder schwarze Zahlen schreiben werde.

Auch das Neugeschäftsvolumen verringerte sich auf 2,5 Milliarden Euro von 2,7 Milliarden Euro. Die negative Entwicklung begründete die IKB mit der europäischen Staatsschuldenkrise und der hohen Volatilität der Märkte.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

20.02.2012, 09:38 Uhr

Alles schon eingepreist. So wie die GR-Hilfen (Rettungspakete I, II, III und ....IV+xxxx), wie die Downratings, die Ölpreissteigerung, uvm.

Hauptsache wir kaufen Aktien.

Stupid

20.02.2012, 09:44 Uhr

Das Spiel geht weiter: die Gewinne privatisieren und die Schulden sozialisieren!! Aber wir zahlen ja alle gerne Steuern, Abgaben, Solidaritätszuschläge, hohe Energiepreise etc. Aber irgendwan (und wahrscheinlich schon bald) sind die Zitronen ausbepresst!

QSF

20.02.2012, 10:11 Uhr

Wenn die hohe Volatilität der Märkte schuld ist am Verlust, dann bedeutet dies dass hier gezockt wird! Und wenn dies der einzige Zweck der IKB sein sollte - und kein anderes gewinnbringendes Geschäftsmodell zugrunde liegt, dann hat diese Institut keine Existenzberechtigung.

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