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02.11.2015

09:59 Uhr

Niedrige Strafzahlungen

HSBC mit zweischneidigem Ergebnis

Die britische Großbank HSBC hat den Gewinn vor Steuern im abgelaufenen Quartal deutlich gesteigert. Ein Grund: glimpflich ausgefallene Strafen. Doch die Bank glänzt nicht in allen Bereichen.

HSBC kann einen Milliardenüberschuss verbuchen. Reuters

Bankgebäude in London

HSBC kann einen Milliardenüberschuss verbuchen.

HongkongEuropas größte Bank HSBC profitiert vom Abbau ihrer Altlasten. Dank geringerer Kosten für Streitigkeiten mit den Aufsichtsbehörden stieg der Vorsteuergewinn im dritten Quartal binnen Jahresfrist überraschend kräftig um 32 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar, wie das britische Geldhaus am Montag mitteilte. Vor allem die Investitionen in die Vermeidung von Skandalen und Regelverstößen zahlten sich aus. Denn für Strafzahlungen und Vergleiche mit den Aufsehern gab die Bank 1,4 Milliarden Dollar weniger aus als noch vor einem Jahr. Zuletzt hatten etwa die Verwicklung in die branchenweite Affäre um manipulierte Devisenkurse und ein Geldwäsche-Fall in der Schweiz die Bilanz belastet.

Damit konnte sich HSBC von den heimischen Rivalen Lloyds, Barclays und der Royal Bank of Scotland absetzen, die zuletzt alle unter hohen Belastungen wegen Rechtsstreitigkeiten litten. Zu schaffen machte dem traditionell stark auf Asien konzentrierten Institut allerdings die Konjunkturabkühlung in Fernost. Auch den Einbruch an den Börsen im vergangenen Quartal bekam die Bank zu spüren. Die Einnahmen fielen deswegen um vier Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar. Die HSBC-Aktie gab im frühen Handel rund ein Prozent nach.

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Experten zogen daher eine gemischte Bilanz. „Das HSBC-Management hat zwar eine gute Arbeit bei der Korrektur der internen Probleme geleistet“, sagte Analyst Jim Antos vom Broker Mizuho Securities. „Aber die Ergebnisse zeigen, dass keine Bank ihre Einnahmen verbessern kann, wenn die Weltwirtschaft gegen sie ist.“

HSBC-Chef Stuart Gulliver sieht die Bank bei der geplanten Schrumpfkur auf Kurs. Fast 30 Prozent des Weges seien gegangen. Im Sommer hatte das Institut seine Geschäfte in Brasilien und in der Türkei verkauft. Insgesamt sollen knapp 50.000 Stellen wegfallen. Zuletzt hatte das Geldhaus noch knapp 260.000 Mitarbeiter.

Von

rtr

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