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24.01.2013

12:33 Uhr

Niedrigzinspolitik

Sparkassen fordern Umlenken der EZB

Der Sparkassenverband DSGV warnt die Europäische Zentralbank vor einem Festhalten am Niedrigzinskurs. Das belaste neben den Sparern auch die Banken. Die Institute spürten die geringen Zinsen bereits in den Bilanzen.

Die neuen Euro-Banknoten. dpa

Die neuen Euro-Banknoten.

FrankfurtDie deutschen Sparkassen fordern von der Europäischen Zentralbank (EZB) ein baldiges Ende der Politik des billigen Geldes. "Uns muss der Einstieg in den Ausstieg der Niedrigzinsphase gelingen", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, am Donnerstag auf einer Bankenveranstaltung der "Börsen-Zeitung". Es gebe gute Anzeichen für eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise. Daher könne die EZB allmählich wieder den Krisenmodus verlassen. Das niedrige Zinsniveau belaste die Sparer, verleite Unternehmen zu höherer Verschuldung und könne Staaten in ihrem Reformeifer bremsen. Die niedrigen Zinsen haben zwar die Refinanzierungskosten vieler Institute reduziert, drücken aber auch die Einnahmen, weil die Anlagen der Banken weniger abwerfen. Der Zinsüberschuss zahlreicher Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken schrumpft.

Der Leitzins in der Euro-Zone liegt derzeit mit 0,75 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. EZB-Präsident Mario Draghi sah zuletzt trotz der deutlichen Entspannung an den Finanzmärkten noch keine Trendwende in der Schuldenkrise. Er rechnet erst im späteren Jahresverlauf mit einer Konjunkturerholung. Die EZB erwäge deshalb kein baldiges Ende ihrer außergewöhnlichen Maßnahmen, sagte er vor zwei Wochen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mazi

24.01.2013, 16:03 Uhr

Die Politiker haben es zu vertreten. Sie haben untätig zugesehen, wie die EZB den Maastricht-Vertrag gebrochen hat.

Zuerst müssen unsere Abgteordneten zur Rechenschaft gezogen und dann die EZB in ihre vertraglichen Schranken verwiesen werden.

Dennoch ist es gut, dass wenigstens die Sparkassenorganisation jetzt endlich Position bezieht und die Umkehr fordert.

Es ist spät, aber vielleicht noch nicht zu spät, den völligen Zusammenbruch des Finanzsystems, und letztlich unserer aller Altersvorsorgesystem doch noch zu retten.

Auch die Pensionen der Abgeordneten müssen so gekürzt werden, wie es den Anlegern in griechischen Staatsanleihen passiert ist. Gerechtigkeit muss her. Die Prozentsätze für eine faire Kürzung sind bekannt.

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