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02.12.2013

12:49 Uhr

NordLB-Vize Riegler

Neuer BayernLB-Chef gefunden

Die Chefsuche war nicht leicht. Bei der BayernLB sind noch Baustellen offen, das Gehalt für den Führungsposten ist auf 500.000 Euro gedeckelt. Doch ein Kandidat wurde gefunden: NordLB-Vorstand Johannes-Jörg Riegler.

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) in München: Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich zuletzt auch wegen der Deckelung des Jahresgehalts auf 500 000 Euro als schwierig erwiesen. dpa

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank (Bayern LB) in München: Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich zuletzt auch wegen der Deckelung des Jahresgehalts auf 500 000 Euro als schwierig erwiesen.

MünchenDie BayernLB wird künftig von Johannes-Jörg Riegler geführt. Der bisherige Vizechef der NordLB übernimmt am 1. April kommenden Jahres die Nachfolge Gerd Häuslers, wie Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) am Montag in München sagte. Der 62 Jahre alte Häusler hatte vor einigen Wochen angekündigt, den Chefposten früher als geplant abzugeben. Er soll aber zum 1. Oktober den Vorsitz im Aufsichtsrat der BayernLB übernehmen.

Der 49-jährige Riegler ist in Hannover derzeit für das Risikomanagement verantwortlich und hatte vorher unter anderem bei der HVB und der Deutschen Bank gearbeitet. „Er hat langjährige Erfahrungen im Landesbankensektor und er hat bayerische Wurzeln - das empfiehlt ihn als idealen Nachfolger auf der Position des Vorstandsvorsitzenden“, sagte Söder bei der Vorstellung Rieglers.

Zugleich dankte Söder Häusler für seine Arbeit in den vergangenen drei Jahren. Er habe die Bank in einer extrem schwierige Lage übernommen und sicher durch das EU-Beihilfeverfahren gesteuert und zugleich ein tragfähiges Geschäftsmodell für die einst gebeutelte Landesbank entwickelt. „Er hat es geschafft, die Bank auf solide Beine zu stellen“, sagte Söder.

Die Baustellen der BayernLB

EU-Verfahren

Bayern hat seine Landesbank nach der Finanzkrise 2008 mit zehn Milliarden Euro stützen müssen. Im Gegenzug machte die EU der Bank und dem Freistaat Auflagen in einem Beihilfeverfahren. Das Verfahren war Ende Juli 2012 abgeschlossen. Die Auflagen, durch die die Bank vor allem kleiner und weniger risikoanfällig gemacht werden soll, sind noch nicht alle erfüllt. Bis 2019 muss die Bank unter anderem noch rund fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an Bayern zurückzahlen. Gut 900 Millionen davon hat sie bereits abgestottert.

Streit mit der HGAA

Es war ein milliardenteurer Fehlkauf: Die Übernahme der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) 2007 entwickelte sich zu einem Alptraum. Ende 2009 musste die HGAA an Wien zurückgegeben werden. Die Banken streiten weiter und verklagen sich gegenseitig.

HGAA-Desaster vor Gericht

Ebenfalls vor Gericht wird um Schadenersatz für das Debakel gerungen. Der Aufsichtsrat der BayernLB verklagte bereits 2011 den früheren Vorstand der Bank auf 200 Millionen Euro. Da die Rolle der Vorstände auch strafrechtlich noch nicht geklärt ist, dürfte das noch eine Weile dauern. Die BayernLB selbst verklagte zwei frühere Aufseher, nämlich Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den früheren Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser auf 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Die Staatsanwaltschaft und die HGAA

Auch strafrechtlich soll das Debakel um die HGAA Konsequenzen haben - fordert zumindest die Staatsanwaltschaft München I. Die ermittelte lange gegen die früheren Vorstände der Bank und erhob bereits im Mai 2011 Anklage wegen Untreue. Anfang August dann der Knall: Das Landgericht München ließ die Klage in weiten Teilen nicht zu - und machte klar: eine Pflichtverletzung oder gar Untreue sei bei den Vorständen nicht zu erkennen. Der Ausgang ist offen, das Oberlandesgericht München prüft noch immer die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Nichtzulassung der Anklage.

Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich zuletzt auch wegen der Deckelung des Jahresgehalts auf 500 000 Euro als schwierig erwiesen. Zumindest im Vergleich zu den Millionengehältern anderer Bankchefs ist es ein überschaubares Salär. Mehr darf die BayernLB als staatlich gerettete Bank aber nicht zahlen. Zudem warten auf den neuen Chef eine Reihe Baustellen.

Nach wie vor beherrscht der an vielen Fronten ausgetragene Streit um den Milliardenfehlkauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) die Agenda der Bank. So weigert sich die HGAA etwa, Kredite zurückzuzahlen - insgesamt geht es um rund 2,3 Milliarden Euro, die die BayernLB von der HGAA fordert. Der Fall liegt derzeit beim Landgericht München und wird mutmaßlich noch Jahre bis zu einem verbindlichen Abschluss brauchen.

Auch für den scheidenden Finanzvorstand Stephan Winkelmeier ist ein Nachfolger gefunden. Dessen Posten übernimmt der BayernLB-Manager Markus Wiegelmann. Finanzchef Winkelmeier hatte Mitte November seinen Abschied angekündigt. Sein Nachfolger kennt die Bank und seine Aufgaben bereits: Als Chef des Controllings war er einer der wichtigsten Mitarbeiter Winkelmeiers.

Von

dpa

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