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31.05.2016

16:42 Uhr

Notenbank-Gouverneur Ignazio Visco

Italiens Notenbank für Staatseingriffe bei Schieflage von Banken

Italiens Notenbank-Gouverneur Ignazio Visco fordert mehr Möglichkeiten für den Staat bei der Rettung von Geldhäusern. Anders als Spanien oder Irland hatte Italien seinen Banken während der Finanzkrise nicht geholfen.

Italiens Notenbank-Gouverneur Visco hatte schon früher neue EU-Regeln zur Rettung maroder Institute kritisiert, nach denen der Einsatz von Steuergeldern erst an letzter Stelle erfolgen darf. dpa

Ignazio Visco

Italiens Notenbank-Gouverneur Visco hatte schon früher neue EU-Regeln zur Rettung maroder Institute kritisiert, nach denen der Einsatz von Steuergeldern erst an letzter Stelle erfolgen darf.

MailandItaliens Notenbank-Gouverneur Ignazio Visco fordert mehr Eingriffsmöglichkeiten für den Staat bei der Rettung von Geldhäusern. Rasches Handeln der öffentlichen Hand könne verhindern, dass Verluste für den Staat anfielen, sagte Visco am Dienstag in Rom auf dem Jahrestreffen der Bank von Italien. "Ein größerer Spielraum für einen Eingriff dieser Art, auch wenn dies die Ausnahme bleiben mag, sollte wieder gewährleistet werden." Die Banken seines Landes forderte er zu Einsparungen auf.

Visco hatte schon früher neue EU-Regeln zur Rettung maroder Institute kritisiert, nach denen der Einsatz von Steuergeldern mittlerweile erst an letzter Stelle erfolgen darf. Bei einem Krisenfall müssen nun zuerst Gläubiger, Eigentümer und vermögenden Kunden der Bank herangezogen werden. So soll verhindert werden, dass wie in den Zeiten der globalen Finanzkrise bei Banken-Schieflagen erneut der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird.

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Anders als Spanien oder Irland war Italien wegen der hohen Staatsverschuldung des Landes seinen Banken während der Finanzkrise nicht zur Seite gesprungen. Danach hatten Italiens Geldhäuser im Zuge einer dreijährigen Rezession von 2012 bis 2014 faule Kredite im Volumen von rund 360 Milliarden Euro aufgetürmt. Im ersten Quartal dieses Jahres gelang Italiens Wirtschaft wieder ein leichtes Wachstum. Für viele Banken besteht es aus Sicht von Visco dennoch die dringende Aufgabe, die Kosten zu verringern und auch Personal abzubauen. Die Geldhäuser müssten ihre Beschäftigten zudem fitmachen für neue Technologien und Marktentwicklungen.

Von

rtr

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