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06.03.2012

19:38 Uhr

Notfallpläne

Banken spielen Euro-Zerfall durch

VonYasmin Osman, Michael Maisch

Die Banken bereiten sich auf den nächsten Schock vor: die Zuspitzung der Eurokrise - Notfallpläne liegen allerorts bereit. Die Kosten für ein Auseinanderfallen der Euro-Zone schätzen die Institute auf eine Billion Euro.

Eine Barclays-Filiale in London. dpa

Eine Barclays-Filiale in London.

Frankfurt/LondonDas Misstrauen der Finanzbranche in den Fortbestand der Euro-Zone wächst. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Banken sichern sich gegen solche Risiken ab. Währungsrisiken spielen etwa in innereuropäischen Verträgen eine wachsende Rolle. "Wir beobachten zunehmend bei Banken und bei Unternehmen, dass sie Verträge so aufsetzen, dass die Folgen eines möglichen Auseinanderbrechens darin berücksichtigt werden", heißt es in der Finanzbranche.

Heute wurde bekannt, dass eine unkontrollierte Pleite Griechenlands nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten würde. In einem vertraulichen Dokument vom 18. Februar warnt der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte Verband, ein Scheitern der vom IIF begleiteten Umschuldung der griechischen Staatsanleihen hätte drastische Folgen. Es sei schwer, die daraus resultierenden Kosten für alle Beteiligten genauer zu beziffern, „aber es ist kaum absehbar, dass sie unter einer Billion Euro lägen“.

Mit dem Schreiben untermauert der IIF seinen Appell an Banken, Versicherer und andere Anleihekäufer wie Hedgefonds, sich am Rettungspaket privater Gläubiger zu beteiligen, mit dem Griechenland um 100 Milliarden Euro Staatsschulden erleichtert werden soll.

Der Bankenverband malt ein Horrorszenario: Wenn Griechenland falle, bräuchten Italien und Spanien externe Hilfe, um eine Ansteckung zu verhindern. Der Europäischen Zentralbank (EZB) drohten beträchtliche Verluste: Sie sei allein mit 177 Milliarden Euro in Griechenland engagiert - das sei mehr als das Doppelte ihrer Kapitalbasis. Irland und Portugal bräuchten bei einer griechischen Staatspleite in den nächsten fünf Jahren 380 Milliarden Euro, Italien und Spanien weitere 350 Milliarden, heißt es in dem Dokument. Und nicht zuletzt müssten Banken dann mit gut und gerne 160 Milliarden Euro frischem Kapital wieder auf die Beine gestellt werden.

Die privaten Gläubiger haben bis Donnerstagabend Zeit, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen, der zentraler Bestandteil des zweiten Rettungsschirms für Griechenland ist. Der Lenkungsausschuss des IIF hatte bereits am Montag erklärt, dass seine zwölf Mitglieder auf jeden Fall daran teilnähmen, darunter Deutsche Bank, Commerzbank und Allianz.

Kommentare (14)

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Harry

06.03.2012, 20:13 Uhr

Finde ich gut, dass sich die Banken endlich konstruktiv vorbereiten. Die Panikmache bisher konnte man getrost ignorieren. Zum Knall käme es nur dann wenn wir die Eurobonds schon hätten und nicht klar wäre, welches Land nun genau wie hoch haftet.
So aber können die Schulden exakt den einzelnen Ländern zugeordnet, mit dem jeweiligen Wechselkurs umgerechnet und abgewickelt werden.
Was Spanien gerade mit den Gläubigern durchzieht, kann dann problemlos bspw. auch Italien machen, wobei dort natürlich die Abschläge sehr viel niederiger wären, allerhöchstens 5 Prozent.
Also machen wir uns an die Arbeit!
Der Euro ist eine gigantische Fessel für den Kontinent. Die Arbeitslosigkeit in den Südländern ist eine schlimme Sache und muss schnellstens beseitigt werden. Den jungen Menschen dort ihre Zukunft wegzunehmen ist eine Sauerei, und richtig gefährlich für die Stabilität unserer Gesellschaft.
Je früher der Euro verschwindet, desto besser!

Account gelöscht!

06.03.2012, 20:14 Uhr

zitat: Heute wurde bekannt, dass eine unkontrollierte Pleite Griechenlands nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten würde. In einem vertraulichen Dokument vom 18. Februar warnt der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte Verband, ein Scheitern der vom IIF begleiteten Umschuldung der griechischen Staatsanleihen hätte drastische Folgen. Es sei schwer, die daraus resultierenden Kosten für alle Beteiligten genauer zu beziffern, „aber es ist kaum absehbar, dass sie unter einer TRILLION Euro lägen“. zitat ende.

bitte ändern eine ungeordnete pleite wäre teuer aber nicht so teuer :-) außer das handelsblatt weiß mal wieder mehr.

Buckliger

06.03.2012, 20:36 Uhr

Trillion? Dann schon lieber Fantasillion! Handelsblatt braucht Nachilfe beim ins Deutsche übersetzen. Billion ist im englischen nämlich nicht "Billion" sondern, naaaaaa?

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