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13.06.2011

11:16 Uhr

Notfallpläne

US-Banken bereiten sich auf Schulden-GAU vor

Im Finanzwesen ist Vertrauen die wichtigste Währung. Umso bedrohlicher ist die Situation in den USA: Die großen Banken rüsten sich mehr denn je für den Notfall - dass sich die Politiker im Haushaltsstreit nicht einigen.

In New York blickt man sorgenvoll nach Washington: Löst die Politik die Schuldenproblematik? Quelle: Reuters

In New York blickt man sorgenvoll nach Washington: Löst die Politik die Schuldenproblematik?

New YorkDas Vertrauen in die Politik scheint dahin zu sein: Große Wall-Street-Banken rüsten sich für Marktturbulenzen im Falle eines Scheiterns der Haushaltsverhandlungen zwischen der US-Regierung und den Republikanern. Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf einen hochrangigen Bankmanager berichtete, bereiten die Geldhäuser eine Verringerung ihres Engagements in US-Staatsanleihen im August vor.

Eine alternative Strategie wäre demnach, mehr Bargeld zur Absicherung von Derivategeschäften und anderen Transaktionen aufzubauen, um damit die Abhängigkeit des Finanzsystems von Staatsanleihen zu verringern. Namen von Instituten wurden in dem Bericht nicht genannt.

An der Wall Street werden große Probleme für die Finanzmärkte befürchtet, sollten sich Präsident Barack Obamas Demokraten und die oppositionellen Republikaner nicht auf eine Anhebung der derzeitigen Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar verständigen. Nach Darstellung der Regierung ist eine Einigung bis zum 2. August erforderlich, andernfalls könne sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen.

Seit Wochen wird über die kritische Marke für die US-Staatsverschuldung diskutiert. Im Mai gab das Finanzministerium Anleihen über rund 72 Milliarden Dollar aus. Damit kletterte der Schuldenstand auf 14,3 Billionen Dollar - jenes Niveau, das gesetzlich erlaubt ist. Steigen die Schulden weiter, ohne dass der Kongress die Obergrenze erhöht, wäre eigentlich die Zahlungsunfähigkeit erreicht - gäbe es nicht die Trickkiste von Finanzministers Timothy Geithner.

Der Ressortchef ließ etwa weitere Einzahlungen des Staates in den föderalen Pensionsfonds und den Fonds zur Abpufferung des Wechselkurses stoppen. Auch Bundesanleihen, über die sich Städte und Gemeinden finanzieren, dürfen zunächst nicht mehr ausgegeben werden. Diese und andere Maßnahmen werden nach Schätzungen einen Zeitaufschub von rund elf Wochen bringen. Erst danach könnte die Schuldenlatte gerissen werden.

Kommentare (13)

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Elektriker_aus_Berlin

13.06.2011, 12:10 Uhr

"Politikversäumnisse" wird in Amerika und Europa das Wort
des Jahres für die nächsten Jahrzehnte.

no.7

13.06.2011, 12:12 Uhr

Na, jetzt ist die Schuldenparty von Obama wohl langsam, aber sicher vorbei ? Kommt schon, werft die druckerpressen an, dann kommt das Wachstum von alleine ! druckt dollars solange das Papier reicht- helikopter Ben wartet schon auf seinen Einsatz. Und direkt zur wallstreet und den Investmentbänkstern mit dem geld. Damit nochmal eine ordentliche sause gefeiert werden kann. nochmal zugreifen beim konsum hier, was morgen ist, ist doch egal !

gast

13.06.2011, 13:04 Uhr

was soll dieser Artikel. Vom Handelsblatt sollte man mehr erwarten können.
Das irgend Jemand an einen vorzeitigen Gau glaubt, sind Hirngespinste. Das überhaupt eine Diskussion über die Zahlungsfähigkeit der USA geführt wird, bewirkt nur eines, den Verlust am Glauben der Weltwirtschaft..nichts anderes als Panikmache.
Die letzte Finanzkrise haben wir bestens gemeistert und den Schuldenabbau durch Inflation wird auch keiner bestreiten wollen.
Langsam erscheint mir die unseröse Sensationspresse ihrer Rolle als Informations und Aufklärungsorgan nicht mehr gerecht zu werden. Ob Kachelmann, Ehec, Aktienkurse usw. wird hier keine wirklichen Informationen weitergegeben, im Gegenteil: Personen werden in Verruf gebracht und Konjunkturdellen werden als Krisen stilisiert.

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