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04.01.2017

15:23 Uhr

Novo Banco

Verkauf von Portugals Krisenbank verzögert sich

Der Verkauf der portugiesischen Krisenbank Novo Banco ist noch nicht unter Dach und Fach. Portugal wollte den Deal ursprünglich noch vor dem Jahreswechsel über die Bühne bringen. Interessenten gibt es genug.

Ein erster Verkaufsversuch des portugiesischen Geldhauses scheitert 2015 an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Reuters

Novo Banco

Ein erster Verkaufsversuch des portugiesischen Geldhauses scheitert 2015 an unterschiedlichen Preisvorstellungen.

LissabonDer Verkauf der portugiesischen Krisenbank Novo Banco ist noch nicht unter Dach und Fach. Die Verhandlungen dazu seien jetzt zwar in einer wichtige Phase, aber noch nicht beendet, sagte Finanzminister Mario Centento der Zeitung „Diario de Noticias“ vom Mittwoch.

Portugal wollte den Deal ursprünglich noch vor Ende 2016 über die Bühne bringen. Die für den Verkauf zuständige Zentralbank dürfte der Regierung bald eine Empfehlung geben – auf Grundlage vorliegender Angebote. Interesse haben Chinas Minsheng Finanzholding, die US-Fonds Apollo und Centerbridge sowie die Beteiligungsgesellschaft Lone Star, wie Reuters zuletzt von mehreren Insidern erfuhr.

Der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht

Wer wurde geprüft?

Die Aufseher in London haben 51 große Banken aus 15 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Sie stehen zusammen für rund 70 Prozent der Bilanzsumme im europäischen Bankensektor. Ausgewählt wurden Institute, die die Finanzstabilität in Europa gefährden könnten, wenn sie ins Straucheln geraten. Aus Deutschland mussten sich neun Banken dem Stresstest stellen, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Wie wurde geprüft?

Die Aufseher nahmen eine ganze Reihe von Kennzahlen unter die Lupe und prüften, wie sich diese in verschiedenen Szenarien bis 2018 entwickeln dürften. Zum einen spielte die EBA durch, wie es den Banken gehen wird, falls die Vorhersagen der Europäischen Kommission zur Konjunktur in den nächsten Jahren eintreten. Zum anderen testeten sie die Institute auch im Szenario einer sehr viel schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung.

Was wird veröffentlicht?

Die EBA bereitet für die Veröffentlichung umfangreiches Material vor. Zahlenkolonnen, Tabellen und Analysen sollen die Ergebnisse des Stresstests darstellen. Anders als bei vorangegangenen Prüfungen wird diesmal aber keine Bank durchfallen – diese Kategorie gibt es schlichtweg nicht. Auch zu einer möglichen Lücke beim Eigenkapital wird sich die EBA nicht konkret äußern.

Was soll der Stresstest dann überhaupt?

Nach Darstellung der EBA geht es vor allem darum, den verschiedenen Aufsichtsbehörden für den Sektor Datenmaterial zur Verfügung zu stellen, dass dann mit jeder einzelnen Bank durchgesprochen werden soll. Zudem lässt sich aus den Zahlen durchaus einiges über die Verfassung des jeweiligen Instituts ablesen. Gerade professionelle Anleger werden sich die Daten deshalb genau vorknöpfen.

Welche Banken werden besonders beäugt?

Im Fokus stehen zum einen italienische Institute. Sie sitzen auf einem riesigen Berg fauler Kredite. Allein das Institut Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), die älteste Bank der Welt und einer von fünf italienischen Stresstestteilnehmern, hat zweifelhafte Kreditforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe in den Büchern. Die Kurse von Bank-Aktien in Italien sind seit Jahresbeginn um mehr als die Hälfte gefallen, was die Institute weiter unter Druck setzt. Große Aufmerksamkeit ist aber auch der Deutschen Bank gewiss. Diverse Skandale, Probleme im Investmentbanking vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen sowie der aufwändige Konzernumbau belasten Deutschlands größte Bank. Wer den Aktienkurs verfolgt, bekommt den Eindruck, dass das Institut auf Anleger inzwischen geradezu abschreckend wirkt.

Warum kommt die Veröffentlichung an einem späten Freitagabend?

Die Aufseher vermeiden damit eine direkte Reaktion der Wertpapiermärkte. Um 22 Uhr sind die Börsen nicht nur in Europa geschlossen sondern auch in den USA, die für manche der getesteten Banken ein wichtiges Geschäftsfeld sind.

Die Novo Banco umfasst die eigentlich gesunden Teile der 2014 mit fast fünf Milliarden Euro staatlich aufgefangenen Banco Espirito Santo. Ein erster Verkaufsversuch scheiterte 2015 an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Einige der Interessenten fordern nun staatliche Garantien, um sich gegen Risiken aus Rechtsstreitigkeiten zu wappnen. Centento sagte, solche Zusagen für „einen privaten Deal, der das Geld von Steuerzahlern in Gefahr bringt“, werde es nicht geben.

Von

rtr

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