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22.10.2015

08:43 Uhr

Number26 kooperiert mit Barzahlen

Bargeld aus der Ladenkasse – ohne Karte

VonKatharina Schneider

Die 50.000 Kunden des Berliner Fintech-Unternehmens Number26 können mit Cash26 ab sofort in 3000 Geschäften Bargeld abheben. Dafür brauchen sie keine Geldkarte, sondern allein ihr Smartphone mit einem Barcode.

Über die Number26-App wird ein Barcode generiert, der an der Kasse eingescannt wird. N26

Cash26

Über die Number26-App wird ein Barcode generiert, der an der Kasse eingescannt wird.

FrankfurtGanz ohne Bargeld geht es noch nicht, das hat auch das Berliner Fintech Number26 erkannt. Zum digitalen Girokonto erhalten die Kunden deshalb eine Mastercard. Doch die könnte über kurz oder lang überflüssig werden. Den Grundstein dafür legt das Start-up jetzt durch eine Kooperation mit dem Unternehmen Barzahlen – ebenfalls ein junger digitaler Finanzdienstleister.

Ab diesem Donnerstag können die 50.000 Number26-Kunden allein mit ihrem Smartphone bei deutschlandweit 3000 Händlern Bargeld abheben oder auf ihr Konto einzahlen. Mit dabei sind unter anderen sämtliche Real- und Penny-Filialen. Cash26 heißt dieser Service.

In den nächsten Monaten soll das Angebot sukzessive erweitert werden, denn Barzahlen hat derzeit schon 6000 Partnerfilialen, darunter die dm-Drogeriemärkte. Auch der Auszahlungsbetrag, der bisher auf jeweils 300 Euro begrenzt ist, soll im Laufe der Zeit steigen. „Wir machen das Smartphone zum Mittelpunkt des Bankgeschäfts und Bankfilialen obsolet”, sagt Number26-Gründer Valentin Stalf.

Die Lieblinge unter den Fintechs

Stripe

Der Zahlungsabwickler mit Hauptsitz in San Francisco richtet sich insbesondere an kleinere Unternehmen. Die Software ermöglicht es Händlern, in ihrer App oder auf ihrer Internetseite eine Bezahlfunktion einzurichten. Stripe gilt als Übernahmekandidat von Paypal. American Express und sechs weitere Topinvestoren sind dabei.

Fundersclub

Über den Onlinemarktplatz können Investoren Eigenkapital an einen Fonds geben, der dann in private Firmen investiert. Das Ergebnis bewirbt das Fintech aus San Francisco so: Unternehmen bekommen das Kapital, das sie brauchen, und Geldgeber bekommen Zugang zu neuen Investments. Intel ist einer der sechs Topinvestoren.

iZettle

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Stockholm ist nach eigenen Angaben Europas Mobile-Payment-Marktführer. Es bietet mobile Kartenlesegeräte für Smartphones und Tablets und richtet sich besonders an kleinere Unternehmen. Über eine App können Unternehmer ihre Verkäufe nachverfolgen und ihre Buchführung erledigen. Mastercard zählt zu den fünf Topinvestoren.

Robinhood

Der Onlinebroker mit Sitz in Palo Alto ermöglicht provisionsfreien Aktienhandel. Bisher ist die App nur in den USA verfügbar. Der Handel umfasst überwiegend Aktien von Unternehmen, die in den USA gelistet sind, sowie ETFs. Google Ventures und vier andere Topinvestoren sind dabei.

Upstart

Die Plattform mit Sitz in Palo Alto bringt Kreditnehmer und -geber zusammen. Beim Prüfen der Kreditwürdigkeit stützt sich das Unternehmen nicht allein auf Scores von Kreditbüros wie Fico und die bisherige Kredithistorie, sondern bezieht auch Informationen zu Ausbildung und Beruf des Kreditnehmers in die Bewertung ein. Google Ventures und vier weitere Topinvestoren haben investiert.

Coinbase

Das Unternehmen aus San Francisco bietet eine Geldbörse – Englisch „wallet“ – für die digitale Währung Bitcoin. Zudem ermöglicht es den Kauf- und Verkauf von Bitcoins. Dabei werden Beträge von herkömmlichen in die digitale Währung umgewandelt. In Deutschland ist nur die Wallet-Funktion verfügbar, das Geldwechseln aber nicht. Fünf Topinvestoren sind an Bord.


Über die App auf seinem Smartphone wählt der Kunde den Ein- oder Auszahlungsbetrag und erhält nach PIN-Eingabe einen Barcode. Dieser wird an der Kasse gescannt. Prompt soll die Buchung auf dem Konto erscheinen. Bargeldeinzahlungen – pro Tag maximal 999 Euro – sollen sofort verfügbar sein.
Ein ähnlicher Service ist schon von den Rewe-Supermarktkassen bekannt. Um dort Bargeld zu bekommen, müssen die Kunden allerdings Waren im Wert von mindestens 20 Euro einkaufen – und eine Geldkarte dabei haben. Zudem gibt Rewe nur jeweils 200 Euro heraus. Auch das Einzahlen von Bargeld auf das eigene Konto ist nicht möglich.

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